Cru: Französischer Ausdruck, den man mit Wachstum oder Gewächs übersetzen kann und der Kernbegriff der französischen Weinphilosophie. Cru bezeichnet die Lage und den von ihr stammenden Wein, d. h. unabhängig von den Schwankungen der Jahrgänge die Verankerung der Qualität in der Lage, ihren besonderen Böden und der mikroklimatischen Bedingungen, also in den natürlichen Voraussetzungen. Man spricht daher von der gewachsenen Qualität, und ein vin de cru ist mithin ein Wein, der sich aufgrund seiner konstanten natürlichen Vorzüge über den Durchschnitt heraushebt und eine eigene Persönlichkeit mit gehobener Qualität ist.

Durch darauf bezogene Klassifizierungen wird dies in einigen französischen Weinbaugebieten (Elsaß, Burgund, Provence, Champagne) noch besonders hervorgehoben. Man kennt dort Einstufungen wie cru classé, grand cru, premier cru u.a. In Bordeaux hat dagegen cru eine noch umfassendere Bedeutung und zwar versteht man darunter den individuellen Besitz von Rebfläche mit zugehörigem Weingut plus den dort erzeugten, ausgebauten und dem Verkauf zugeführten Wein. Weingut plus der dazugehörige Wein sind hier (Médoc, Graves, Sauternes, Saint-Emilion) klassifiziert.

In Italien setzt sich seit einigen Jahren der Begriff cru für Weine gehobener Qualität aus fest umrissenen, besonderen Lagen immer mehr durch. Das deutsche Weinrecht kennt offiziell den Begriff der gewachsenen Qualität und damit naturbedingter Vorzüge nicht, obwohl sich doch der Weinbau an der Mosel, im Rheingau u. a. stets gerne seiner unvergleichlichen Spitzenlagen rühmt. Allerdings gibt es seit jüngstem an der Rheinfront um Nierstein Bestrebungen, den Begriff grand cru offiziell einzuführen.

In Deutschland gibt es bereits die (regionalen) Begriffe Erstes Gewächs und Riesling Hochgewächs für unter speziellen Bedingungen hergestellte Weine