Emilia-Romagna Norditalienische Region, die landwirtschaftlich reichste des Landes, mit der Hauptstadt Bologna, die in Italien nicht umsonst als Bologna la grassa bekannt ist. Ihre Weine sind hingegen in ihrer Mehrzahl nicht vergleichbar bemerkenswert; Quantität tritt nur zu oft an die Stelle der Qualität, vor allem in den weiten, intensiv genutzten Po- und Küstenebenen. Von den 64 940 ha Rebfläche, gut 10 % weniger als die der benachbarten Toscana, kommen etwa ein Achtel aller italienischen Weine, im Schnitt 8 – 9 Mill. hl, fast vergleichbar der gesamten Erzeugung der Bundesrepublik; die durchschnittliche Erzeugung der Toscana schwankt zwischen 3 und 3,5 Mill. hl! Doch mit lediglich 11 Weinen mit DOC- bzw. DOCG-Prädikat, die für gut 9 % der Erzeugung aufkommen, bleibt der Anteil der Qualitätsweine noch spürbar unter dem nationalen Durchschnitt, kein Wunder angesichts der gepflegten Massenproduktion. Bei diesen Qualitätsweinen handelt es sich um den Albana bzw Sangiovese und Trebbiano di Romagna aus den Provinzen Bologna, Forli und Ravenna, einige Bologneser, Piacenteser und Parmeser Weine (Colli Bolognesi, Colli Piacentini, Colli di Parma), den eigenwilligen Lambrusco aus den Provinzen Módena und Reggio, eine Art italienisches Gegenstück zur deutschen Liebfrauenmilch, sowie einige andere Weine. Mehr Beachtung haben zumal in der Vergangenheit einige der Weine der Weingüter Terre Rosse und Paradiso gefunden. Der Rest ist oft nicht mehr als anonymer Grundwein zur Schaumweinherstellung in Deutschland und anderswo.