Hervorragende Rotweinsorte, die sich durch jugendliche Frische und unbekümmerte Leichtigkeit auszeichnet, die sie als Wein zu einem charmanten Begleiter stilisiert.

 

Gamay (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte ist eine vorwiegend französische Rotweinsorte, die unter vielen Bezeichnungen aufscheint, wie Beaujolais, Bargogna, Beuna di Susa , Burgundi Kek, Chambonat, Complant de Lune, Melon Noir, Lyonnais, Petit bourguignon, Plant d´Her, Plant des Carmes, Verdunois, Schwarze Melonentraube, Malvandiot, Plant de Limagne, Petite Lyonnaise, Plant de Malin oder Plant de Labronde.

Die Trauben der Rebsorte Gamay weisen eine walzenförmige Gestalt auf, sind von mittlerer Größe, zumeist geschultert und dichtbeerig. Ihre mittelgroßen und leicht ovalen Beeren leuchten violett-schwarz , sind von einer dünnen Schale umgeben und haben einen neutralen Geschmack. Die Rebsorte reift früh, das führt dazu, dass sie dem späten Frost widerstehen muss, was nicht immer gelingt. Sie ist sowohl für Echten als auch für Falschen Mehltau anfällig, bei feuchter Witterung kann sie der Rohfäule zum Opfer fallen. Zur Verrieselung besteht keine Neigung. Die Rebsorte Gamay erzielt auch auf kargen Böden hohe Erträge, daher bedarf es einer strikten Reberziehung, um die Qualität des Ertrags zu gewähren.

 

Ursprung und Verbreitung

Der Weinbau im Burgund wurde durch Benediktiner – Mönche aus dem Kloster Cluny und Mönchen des Ordens der Zisterzienser aus der Abtei Clos de Vougeot im 13. Jahrhundet avanciert, indem sie erkannt hatten, dass das Terroir sehr großen Einfluss auf die Qualität des Weins nimmt. So brachten sie die Rebsorte Gamay nach Burgund, wo sie den Namen eines Dörfchens an der Cote d`Or erhielt. Da sie ohne große Probleme ihre Reifung bewältigte und hohe Ernten versprach, geriet die Rebsorte in eine Konkurrenzsituation mit der Rebsorte Pinot Noir, die weit empfindlicher war. So verabschiedete Philipp der Kühne von Burgund ein Dekret, das den Anbau von Gamay auf Grund seiner Schädlichkeit für die menschliche Gesundheit und seiner „Unehrenhaftigkeit “ in Burgund untersagte. Dies bekam der Rebsorte jedoch sehr gut, denn an den Granithängen im Beaujolais fühlte sie sich noch wohler als am Kalksteinabbruch an der Cote d`Or.

Mittels DNA-Analyse, die Carole Meredith 1999 durchführte, konnten die Eltern der Rebsorte Gamay identifiziert werden. So ist Gamay als eine natürliche Kreuzung von Pinot Blanc, der aus dem Burgund stammt, und der Rebe Gouais Blanc, die von den Römern nach Frankreich gebracht worden ist, entstanden. Für einige Jahrhunderte wurden diese zwei Rebsorten in Burgund und in der südlichen Champagne als Gemischter Satz angeboten.

 

Anbaugebiete

Die Anbauflächen, die diese Rebe in Frankreich in Anspruch nimmt, können mit ca. 34 000 Hektar beziffert werden und 60 Prozent dieser Flächen liegen im Beaujolais-Gebiet.

Die Rebsorte Gamay gedeiht auf den schiefer-und granithältigen Böden des Beaujolais prächtig und man findet sie in zehn Grand Crus, wie Saint-Amour, Julienas, Moulin a Vent, Chenas, Morcon, Chiroubles, Fleurie, Regnie, Brouilly und Cote de Brouilly, aber auch in Coteaux du Lyonnais. Auf den Steinböden der Region ergeben sich Weine von Villages-Qualitäten, auf den lehmigen Böden Weine für den Alltag und sogenannte Primeurs. In den Gebieten Maconnais und an der Loire wird die Rebe Gamay als Vin de Pays du Jardin de la France verarbeitet.

In der Auvergne sowie in anderen Regionen findet die Rebe Gamay im Pinot Noir einen Verschnittpartner. In Burgund scheint die Gamay-Rebe im AOC Bourgogne Passe Tout Grains mit Pinot Noir im Verschnitt auf, ebenso in den Schweizer Weinen Dole de Sierre und Salvagnin. In Italien finden sich Rebflächen für die Rebsorte Gamay im Aostatal. Auch in Kanada und Südafrika wird die Rebsorte angebaut.

 

Ausbau und Geschmack

Die Rebsorte Gamay wird bei der Maische keiner Pressung unterzogen. Die Weine der Rebsorte sind frische und leichte Weine, die jung getrunken werden sollten. Das Aroma ist interessant und wird mit Kirsch- und Himberbonbons mit einer gewissen Schärfe charakterisiert. Frisch, beerig und fruchtig könnte ein Resumée sein. Kirschrot im Glas, gehaltvoll, saftig, mit langem Finale, erdigen Untertönen und Vanillearomen bezeichnen die Vielfalt des Weines. Der Wein aus der Rebsorte Gamay ist reich an Tannin.

Beaujolais – Villages sind kräftige und gehaltvolle Weine, während der Beaujolais Nouveau sehr jung und gekühlt getrunken gehört, um die lebhafte Frische auszukosten, Auf Grund seiner Herstellung hat der Wein keine Bitterstoffe. Die Farbe kann manchmal etwas blass sein, geht aber meist in ein Kirschenrot.

 

Gamay genießt man am besten zu…

Gamay- Reben im Beaujolais Nouveau begleiten herrlich eine Käse- oder Aufschnittplatte, Wurstwaren aller Art, Pizza, Quiche und leichte und einfache Gemüse- und Hühnergerichte. Ein Gläschen Beaujolais kann niemals falsch sein zu Gerichten der mediterranen Küche. Manchmal trinkt man diesen Wein um sich an den letzten Sommer zu erinnern, denn er kann als fröhlicher Nachgeschmack des Sommers bezeichnet werden, den man einfach nur so trinkt und sich des Lebens freut.