Die Rebsorte Grenache ist eine der am häufigsten angebauten roten Rebsorten auf der ganzen Welt und hat von Spanien aus Europa und Übersee erobert.

 

Grenache Noir (Rebsorte, rot) / Grenache Blanc (Rebsorte, weiß)

Von Haus aus ist der Grenache, und das hat seine Verbreitung sicherlich wesentlich gefördert, ein echter Massenträger mit mäßigen Weinen. Doch bei rigoroser Begrenzung des Ertrags und Verschnitt mit anderen Sorten vermag er höchst beachtenswerte Weine hervorzubringen. Im übrigen gibt es auch einen weißen Grenache, der für Weißweine unterschiedlicher Art verantwortlich ist, u. a. für Vins doux naturels, Rivesaltes.

Die Rebsorte Grenache existiert unter vielen verschiedenen Synonymen: Alicante in verschiedenen Verbindungen und Formen, so wird sie vor allem in italienischen Gegenden genannt, Aragonés oder Aragonais bezieht sich auf ihre Herkunft , Bois Jaune, Santa Maria de Alcantara, Tintore di Spagna, Tocai Rosso, Navarre de la Dordogne, Navarra, Mencida,Lladones, Gironet, Granacha oder Granacho in Spanien, Garnatxa in Katalonien, Gzarnaccia, Retagliadu Nieddu, Rivos-Altos, Roussillion, Rouvaillard ,Granaxo, Sans Pareil,Carignane Rousse, Cannono, Connanatu und noch viele weitere.

Die mittelgroßen bis großen Trauben sind konusförmig und dichtbeerig mit Beeren, die rundlich bis oval sind und schwarz. Die Beeren weisen eine dicke Schale auf, sind sehr saftig, wobei der Saft farblos ist. Die Grenache-Rebe zeigt einen frühen Austrieb und neigt bei zu nasser Witterung währen ihrer Blütezeit zum Verrieseln. Sie zeigt guten Widerstand gegen Dürre und große Liebe für Hitze und ist resistent gegen Echten Mehltau. Gegen Falschen Mehltau, Eutypiose und Rohfäule kann sie sich nicht so wehren. Die Rebsorte Grenache Blanc ist die weiße Version, die besonders in Spanien und Frankreich zu finden ist und es gibt noch Grenache Gris oder Lledoner Pelut.

 

Ursprung und Verbreitung

Der Ursprung der Rebsorte Grenache ist in Aragon zu orten, wo die Rebsorte Grenache das erste Mal in einer Urkunde erwähnt wird. Unter der Herrschaft der Krone Aragons über weite Gebiete des westlichen Mittelmeers, vom 12. bis ins 16. Jahrhundert, gelangte die Rebsorte in die umliegenden Gebiete, wo sie sich sehr gut integrierte und heute noch angebaut wird.

 

Anbaugebiete

In Frankreich nimmt die Rebsorte Grenache ca. 97 000 Hektar Fläche ein. Der Schwerpunkt des Anbaus befindet sich im Rhonetal in den Departements Vaucluse und Drome, wo die Weine Costiéres de Nimes und Chateau-du-Pape aus reiner Grenache gewonnen werden. Vin doux naturel, gespriteter Süßwein, hat Grenache-Reben in seinen Bestandteilen und sehr gerne wird die Rebsorte Syrah als Verschnittpartner herangezogen.

Im Osten und im Norden Spaniens entfallen 86 000 Hektar Fläche auf den Anbau der Grenache-Rebsorte, die nach den Sorten Tempranillo und Bobal an dritter Stelle der Rotweinsorten steht.

In Italien findet man den Grenache-Rebstock unter dem Namen Alicante. Aber ebenso wird er auf Sizilien und in Kalabrien kultiviert. Auf Ischia nennt man diese Rebe Guarnaccia und auf Sardinien , wo er die wichtigste rote Sorte stellt, heißt der Rebstock Cannonau und hier wird der DOC-Wein Cannonau di Sardegna produziert. Die kargen Böden und die trockene Hitze passen perfekt für diese Rebsorte und stellen ideale klimatische Bedingungen für sie dar.

Weitere Gebiete, in denen die Rebsorte Grenache angebaut wird, sind Israel und Griechenland, Chile und Argentinien, Australien, Südafrika und Kalifornien, wo 3000 Fläche der Rebenzucht den Grenache-Trauben gewidmet sind.

 

Ausbau und Geschmack

Die Rebsorte Grenache liefert Weine, die arm an Tanninen und Farbe, aber voll an Fruchtigkeit und Körper sind. In Kalifornien werden sie auch für Rosé- oder Weißweine verwendet. Wegen der geringen Gerbstoffe erhalten sie die eher blasse Farbgebung, was sie aber mit ihren reichhaltigen Aromen wieder wettmachen. So hinterlässt der Wein Kirsche, Brombeere, Johannisbeere, Waldbeeren, Pflaume, dunkle Schokolade, Tabak, Gewürze, mediterrane Kräuter und Kakao mit einer feinen Würze und erfrischender Mineralität im Mund. Sehr oft landet die Rebe im Verschnitt oder edlem Cuvée mit Sorten, die viel Tannin beinhalten, wie Tempranillo, Morvedre oder Syrah, da es sich zwar um eine Rebe handelt, die reich an Alkohol ist, aber dennoch weich ist. Hier lassen sich auf der Zunge Aromen von Erdbeeren und Himbeeren, kombiniert mit Leder, Pfeffer und Kaffee oder Mocca bemerken. Weine aus der Grenache-Rebe fallen durch ihren warmen Charakter angenehm auf und schmeicheln dem Gaumen verführerisch.

Bei einem perfekten Zusammenspiel von Trockenheit, Hitze und Wind ergeben sich zwar geringe Erträge, die jedoch Weine von edler Konzentration ergeben und sehr gut lagerfähig sind. Weisen die Reben, aus denen der Wein stammt, ein hohes Alter auf, so kann man dies als Hinweis auf eine ausgezeichnete Qualität interpretieren.

 

Grenache genießt man am besten zu…

Der Genuss eines Gläschens Grenache kann besonders zu Pilzen und geschmortem Gemüse empfohlen werden. Peperoni und würzige Pasta passen bestens und auch zu deftigen Spare-Ribs kann sich ein Fläschchen der Grenache-Rebe gegönnt werden.