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Gutedel ist eine der weltweit ältesten Rebsorten für die Weißwein- und Tafeltraubenproduktion.

 

Gutedel (Rebsorte, weiß)

Die Beeren der Weißwein Rebsorte Gutedel

Gutedel (Rebsorte, weiß)

Die Rebsorte Gutedel wird sowohl für die Weißwein- wie auch für die Tafeltraubenproduktion angebaut. Die Triebspitzen der Rebstöcke sind kahl und rötlich, während die Ranken auffallend lang sind. Die Blätter sind hellgrün und mittelgroß, fünflappig und tief gebuchtet. Die Beeren sind je nach Sorte grüngelb oder rot. Als Tafeltrauben sind die Gutedeltrauben vor allem aufgrund ihres saftigen bis knackig süßen Geschmacks und ihrer dünnen, aber festen Haut gefragt.

Da die Rebsorte Gutedel von guter Qualität ist und verhältnismäßig früh reift, wird er gern mit anderen Rebsorten gekreuzt. Durch Kreuzungen und Mutationen wurden zahlreiche Sorten und Varietäten entwickelt, z. B. Goldgelber Gutedel, Roter Gutedel, Krachgutedel, Königsgutedel und Geschlitztblättriger Gutedel.

Gutedel ist weltweit unter zahlreichen Synonymen bekannt: In Frankreich und in der französischsprachigen Schweiz wird er Chasselas genannt, im schweizerischen Kanton Wallis hingegen Fendant. In Österreich ist die Rebsorte auch unter dem Namen Junker bekannt. Weitere Bezeichnungen sind unter anderem Schönedel und Moster, Pleminka und Biela, Praskava.

 

Die Hauptmerkmale des Gutedel

  • zählt zu den weltweit ältesten Rebsorte, Herkunft wird in Ägypten vermutet
  • in Deutschland nur im Markgräfler Land anzutreffen, wohin sie 1780 aus der Schweiz kam
  • Weine sind von zartem Aroma und einfachem, angenehmem Charakter geprägt, begleitet von milder und zugleich anregender Säure
  • schmecken vor allem jung besonders gut
  • eignen sich für leichte Speisen und als erfrischender Zechwein

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Gutedel

Schon vor 5000 Jahren soll der Gutedel im alten Ägypten angebaut worden sein. Von dort aus sollen die Römer die Rebsorte nach Europa gebracht haben. Diese Angaben basieren allerdings weitgehend auf Vergleiche des Aussehens mit Blattdarstellungen auf altägyptischen Wandmalereien. Sie sind daher nicht gesichert. Andere Quellen verlegen die Heimat des Gutedel in das Jordan-Tal in Palästina, in die Gemeinde Chasselas in Frankreich und nach Spanien.

In DNA-Analysen konnte keine eindeutige Herkunft nachgewiesen werden. Die Untersuchungen lassen den Ursprung der Rebsorte allerdings nicht in Ägypten, sondern in der Westschweiz vermuten. Möglicherweise stammen die Urahnen des Gutedel aus Ägypten und wurden erst im Laufe ihrer Verbreitung in Europa durch natürliche Kreuzung, Mutation und Selektion zur heutigen Rebsorte Gutedel. Mit Sicherheit lässt sich die Herkunft des Gutedel jedoch nicht klären.

Gesichert ist, dass Chasselas-Rebstöcke 1523 von Konstantinopel, wo sie schon seit längerer Zeit kultiviert wurden, nach Fontainebleau und Burgund in Frankreich gebracht wurden. Von dort aus soll sich die Rebsorte über die Westschweiz weiter verbreitet haben.

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

Der Gutedel gedeiht schon an durchschnittlich guten Standorten. Er benötigt tiefgründige und fruchtbare Lehm-, Löß-, Mergel- oder Kalkböden, die nicht zu trocken sein sollten. Sehr gut gedeihen die Reben bei kühlen, nächtlichen Winden und heißen, trockenen Sommertagen, wie sie im südlichen Schwarzwald vorkommen. Allerdings sollten die Reben vor zu kalten Winden geschützt werden. Der Gutedel ist gegenüber dem Traubenwickler und der Stiellähme relativ anfällig, ebenso gegenüber rotem Brenner und Peronospora.

Die größten Anbaugebiete befinden sich in der Schweiz, weshalb die Rebsorte hier für den Weinbau eine recht große Bedeutung hat. Knapp 4.000 Hektar werden in der Schweiz mit Gutedelreben bebaut, und zwar sowohl im Gebiet des Genfersees wie auch im gesamten Kanton Wallis. Allerdings darf nur der Gutedel aus dem Kanton Wallis Fendant genannt werden.

In Deutschland ist das Hauptanbaugebiet das Markgräflerland in Süddeutschland. Hier werden ca. 1.100 Hektar bebaut. Weitere Anbaugebiete sind in Saale-Unstrut, Sachsen, Pfalz und Rheinhessen – hier allerdings in deutlich kleinerem Umfang. Auch in Rumänien, Ungarn und Tschechien wird die Gutedeltraube angebaut.

Als Tafeltraube ist der Gutedel weltweit verbreitet, verliert aber wegen besserer Neuzüchtungen mehr und mehr an Bedeutung.

 

Ausbau & Geschmack

Der Gutedel wird überwiegend trocken ausgebaut und zu süffigen, leichten und fruchtbetonten Weißweinen von blassgelber Farbe verarbeitet. Bei altem Rebbestand, besten Bedingungen und sorgfältiger Weiterverarbeitung können aber auch sehr anspruchsvolle Qualitätsweine entstehen, die zuweilen mit einer schönen Mineralität und einer ausgezeichneten Balance von Frucht und Struktur beeindrucken.

Gutedelweine zeichnen sich durch einen eher geschmacksneutralen Charakter aus. So kommen in ihnen Klima, Boden und Anbaulage der Rebstöcke unverkennbar zum Ausdruck. Das Bukett ist nicht sehr ausgeprägt. Es lässt Aromen von Mandeln und Bittermandeln erkennen, aber auch von Minze und Apfel. Gutedelweine gelten aufgrund ihres niedrigen Säuregehalts als sehr mild und bekömmlich.

 

Gutedel Wein genießt man am besten zu…

Der Gutedelwein kann wegen seines niedrigen Säuregehalts nicht lange gelagert werden und wird daher zumeist als junger Wein getrunken. Nur wenige gehobenere Qualitätsweine haben ein Alterungspotential von einigen wenigen Jahren. Der Wein ist ein schöner Begleiter zur leichten Küche, z. B. zu Fischgerichten und zu Seefisch, aber auch zu milden Käsesorten und zur Brotzeit. Auch außerhalb der Mahlzeiten wird der leichte Gutedelwein gern getrunken.