Hérault Unter dem Gesichtspunkt des Weins das Herz des Midi um Béziers und Montpellier an der französischen Mittelmeerküste gelegen. Obwohl das Départment kaum größer als das Großherzogtum Luxemburg ist, verfügt es – bei rückläufiger Entwicklung – über 113 000 ha Rebfläche – etwa doppelt so groß wie die Australiens und etwa der von Chile vergleichbar – und ist damit – seit 1993 – knapp hinter der Gironde das zweitgrößte französische Weinbaudépartement. Außer den Muskatweinen von FrontignanLunel und St-Jean-de-Minervois (Vin doux naturel) werden hier der Clairette du Languedoc, der Picpoul de Pinet als Weißweine sowie der Faugères, Saint-Chinian, die Mehrzahl der Weine der Coteaux du Languedoc und ein Teil des Minervois erzeugt. Zusammen machen diese A.O.C.-Weine jedoch gerade einmal 12 000 ha oder rund 9 % Rebfläche des Hérault aus. Quantitativ ungleich bedeutender ist die Erzeugung der insgesamt über zwei Dutzend Landweine, die inzwischen über 50 % der Gesamterzeugung ausmachen. Zu ihnen zählt der hervorragende Mas de Daumas Gassac, der sicherlich bedeutendste heute im Hérault erzeugte Rot- wie Weißwein. Die verbleibenden 37 % sind schlichte Tafelweine, Weine meist ohne größere Bedeutung, vielfach aus minderwertigen Rebsorten (AramonAlicante Bouschet), die in nennenswertem Umfang gar nicht erst auf den Markt kommen, sondern gleich destilliert werden.