Körper Unkundige Weintrinker verwechseln Körper oft mit Alkohol und neigen bei dem Vergleich von zwei ähnlichen Weinen in der Regel zu dem alkoholreicheren, da ihnen der andere im Körper mager erscheint. Tatsächlich meint jedoch Körper bei einem Wein etwas ganz anderes und hat etwas mit seiner Substanz zu tun. Ein körperreicher Wein muß nicht viel Alkohol besitzen, wohl aber einen relativ hohen Extrakt. Obgleich ein Wein mit wenig Körper dazu neigt, dünn zu sein, muß ein Wein mit viel Körper nicht unbedingt gut sein; er kann sogar als dick oder plump erscheinen. Wieviel Körper ein Wein haben sollte, hängt ganz von der Art des Weines ab und unterliegt in besonderem Maße Jahrgangsschwankungen. Bei jedem exquisiten Wein wird man erwarten müssen, daß der Körper in einem ausgewogenen Verhältnis zu Säure und/oder Tannin steht, die dem Wein mit zunehmender Reife Eleganz verleihen. Daher wird man bei einem sehr körperreichen Mosel, Riesling, Chablis oder Champagner etwas an Ausgeglichenheit und Anmut vermissen. Ein bemerkenswerter Burgunder, ein Dão, ganz zu schweigen von einem Barolo oder Châteauneuf-du-Pape muß dagegen über viel Körper verfügen.