Korkenzieher Seit mehr als 300 Jahren gebräuchliches Gerät zum Herausziehen des Korkens aus der Weinflasche. In seiner einfachsten Form ist es ein schlichtes, gezogenes Stahlgewinde, das an irgendeiner An von Griff befestigt ist. Zwei Dinge sind dabei grundsätzlich voneinanderzu unterscheiden: Das Gewinde, das sich in den Korken bohrt, entscheidet darüber, ob der Korken zuverlässig, intakt und ohne Beeinträchtigung des Weins aus der Flasche gezogen werden kann. Alle übrigen Teile des Korkenziehers haben allein Rückwirkungen darauf, wieviel Muskelkraft zum Öffnen der Flasche aufzuwenden ist oder dienen – heute selten – ästhetischen Zwecken. In den einfachsten Formen der Korkenzieher ist man ausschließlich auf diese Muskelkraft angewiesen, deren Aufwand bei festsitzenden Korken schon recht erheblich sein kann; in seinen moderneren Ausführungen des Glieder- oder Hebelkorkenziehers ist dieser Aufwand dank zusätzlicher Mechanik bereits erheblich reduziert. In der jüngsten Perfektionierung dieser Korkenzieher – obwohl die Ausführung noch Verbesserungen zuläßt -, nämlich mit dem Screwpull, dem Spinhandle und schliefllich dem Leverpull ist dieser Muskelaufwand auf ein kaum noch zu unterschreitendes Minimum reduziert.
Bei alledem darf nicht übersehen werden, daß der wichtigste Bestandteil eines Korkenziehers sein Gewinde ist, das nicht einem Bohrer ähneln darf, sondern die Form einer offenen Spirale haben sollte, durch deren »Seele« sich ein Streichholz stecken läßt. Der äußere Durchmesser sollte ungefähr 7 – 9 mm betragen. Die Spirale darf nicht zentriet sein und muß in einer ihrem Lauf folgenden scharfen Spitze münden. Der verwandte Stahl muß rund und ohne scharfe Kanten oder Ränder sein. Alles andere würde den Korken zerschneiden und das Herausziehen alter, festsitzender oder brüchiger Korken erschweren oder unmöglich machen. Schließlich muß das Gewinde lang genug sein, um auch die längsten Korken (ca. 55 mm) problemlos herausziehen zu können; zu kurze Gewinde reißen diese Korken meist auseinander.
Neben diesem traditionellen Gewindekorkenzieher gibt es eine Fülle anderer Mechanismen, wie den Stahlfeder- oder den pneumatischen Korkenzieher, die ihren kleinen Kreis eingeschworener Liebhaber besitzen. Im übrigen sollte man festsitzende Champagnerkorken nicht mit einem Korkenzieher, sondern mit einer Champagnerzange entfernen.