Bekömmliche Rotwein Rebsorte, die mit spritziger Fruchtigkeit und tiefdunkler Farbe betört.

 

Lemberger / Blaufränkisch (Rebsorte, rot)

Beeren der Rotwein Rebsorte Lemberger (Blaufränkisch). © Foto: lodiwine.com

Lemberger (Rebsorte, rot)

Lemberger ist eine in Deutschland fast nur in Württemberg angebaute, spät reifende Rotweinsorte, die fruchtige, kraftvolle und je nach Vinifikation farb- und tanninreiche Weine liefert, die oft zu den besten der meist guten, in besseren Jahren mitunter ausgezeichneten württembergischen Rotweine zählen. Die Rebe stammt vermutlich aus den Donauländern und ist in Österreich mit rund 2690ha unter dem Namen Blaufränkisch die dritthäufigste rote Rebsorte. 94 % ihrer Rebstöcke befinden sich in der Weinbauregion Burgenland.

Die Rebsorte Lemberger zeichnet sich durch gute Kalkverträglichkeit aus und erduldet Den Frost im Winter ganz passabel, während sie dem Spätfrost nicht so gewachsen ist und auch eine gewisse Blütenempfindlichkeit aufweist. Die Rebsorte Limberger ist anfällig sowohl für Echten als auch Unechten Mehltau und gegen die Stielfäule kann sie sich nicht immer wirksam zur Wehr setzen. Die Rebsorte erbringt mittlere bis hohe Erträge, die mittels Ertragsregulierung qualitativ bestimmt werden. Auf Grund der klimatischen Anforderungen ist die Ertragssicherheit nicht immer gegeben.

Der Rebstock ist gekennzeichnet von einem kräftigen und aufrechten Wuchs. Die Trauben sind groß und haben Verästelungen. Sie sind dicht- bis lockerbeerig und von der Form eines Kegels. Die Beeren schimmern in einem dunklen Blauschwarz, sind von mittlerer Größe und haben eine dicke Schale.

 

Hauptmerkmale und Besonderheiten des Lemberger

  • wird auch Blaufränkisch genannt
  • sehr anspruchsvoll hinsichtlich Lage, Klima und Boden
  • liefert säurebetonte Weine mit tief dunkler Farbe, kräftigem Körper und einer feinherben Art
  • regionale Spezialität

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Lemberger

1750 wurde die autochthone Rebsorte Lemberger das erste Mal in Österreich erwähnt, die erst später nach Deutschland gelangte, wo sie den Namen Lemberger nach der niederösterreichischen Ortschaft Limberg erhielt. In Österreich wird sie unter dem Namen Blaufränkisch vermarktet.

Die Abstammung der Rebsorte Lemberger konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, so soll sie aus einer Kreuzung von Heunisch x fränkische Rebsorte entstanden sein, wobei nicht sicher ist, ob es sich um den Blauen Groben oder Grobschwarzen oder doch Blauen Zierfandel handelt. Ab 1875 setzte sich der Ausdruck „Blaufränkisch“ durch. Die Rebsorte wird in Ungarn unter dem Namen Kék frankos angebaut und um diesen Namen rankt sich eine nette Legende, die besagt, dass die napoleonischen Truppen, die sich in Ungarn aufhielten, mit roten Francs bezahlt wurden, während in Frankreich die blauen Francs viel mehr wert waren. Da die Franzosen einen Wein bevorzugten und die ungarischen Weinbauern von dem Unterschied der Francs wussten, ließen sie sich den Wein mit den blauen Francs bezahlen. Daher kommt der Name, denn Kek bedeutet blau und Frank ist Franc.

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

In den letzten Jahren stiegen die Anbauflächen für Lemberger stetig an. In Deutschland, und hier vor allem in Württemberg, entfallen etwa 17 000 Hektar auf den Anbau mit der Limberger-Rebsorte. In Ungarn wird die Rebsorte Limberger, die hier Kék Frankos heißt, in der Gegend von Sopron, am Südufer des Neusiedlersees, am Balaton und in Villani im Süden des Landes angebaut, wo der Name Nagyburgundi und Gamay Noire lautet. In Österreich werden ca. 3000 Hektar Fläche mit der Limberger-Rebe bepflanzt, wobei 90 Prozent der Blaufränkisch-Sorte im Burgenland gedeihen. Besonders im Mittelburgenland, welches auch den Namen „Blaufränkischland“ trägt.

Weitere Anbaugebiete befinden sich rund um den Neusiedlersee an den Hängen des Leithagebirges, im Südburgenland und im römischen Carnuntun, das in Niederösterreich liegt. Hier findet die Rebe ein mildes Klima mit langen und trockenen Sommern vor, das ihr gefällt. Außerdem braucht die Rebsorte windgeschützte Lagen, die sie hier auch vorfindet. Die Lehmböden gewähren den tiefen Wurzeln des Rebstocks ein Überleben auch in sehr trockenen Perioden, in denen kaum Niederschlag fällt

 

Ausbau & Geschmack

Der Lemberger zeigt eine kräftige Farbgebung, er weist eine starke Tanninnote auf, trinkt sich aber trotzdem in einer samtigen und leichten Fruchtigkeit, die Brombeeren, Pflaume, Kirsche, Holunder, Waldbeeren und Johannisbeeren in sich vereint. Wenn der Wein noch jung ist, schmeckt man Grasaromen. Der Wein beeindruckt durch seine sehr dunkle Farbe, seinen Reichtum an Gerbstoff und seine feine Säure. Der Lemberger baut sich langsam aus und kann lange gelagert werden. Es existieren Altweine von hervorragenden Qualitäten. In gehobener Qualitätsklasse werden die Weine in Holzfässern und Barrique aus Frankreich gelagert.

Sehr gerne wird eine Cuvèe mit Zweigelt gemacht, wenn er nicht reinsortig verarbeitet wird. Weitere Verschnittpartner sind Cabernet Sauvignon, Trollinger, Spätburgunder, die allesamt von seiner Fruchtigkeit in der Gesamterscheinung profitieren.

 

Lemberger Wein genießt man am besten zu…

Der Lemberger kann als Sommerwein bezeichnet werden und begleitet charakterfest jeden Grillabend, denn er passt wunderbar zu den verschiedenen Grillgerichten, zu kräftigem Geflügel und zu Lamm. Auch mit einem Schmorbraten und mit Wild macht er eine gute Figur. Des Weiteren eignet er sich zur Begleitung von Terrinen und Pasteten, sowie von gewürzten Nudel-und Gemüsegerichten. Zu pikanten Käsesorten kann man ihn auch trinken.

 

Bekannte Synonyme

Sehr viele Bezeichnungen meinen denselben Wein, nämlich die Lemberger-Rebe. Blanc Doux, Blue French, Blaufranchis oder Blauer Lemberger , in Rumänien Burgund Mare. Lampart, Imbergher oder Jubiläumsrebe bezeichnen ihn. In Bulgarien nennt er sich Gamá, in Kroatien Crna Moravka oder Crna Frankova . Cerne Skalicke oder Starosvatska, Cerny Muskatel, Chirokolistny oder Cierny Ziefandler sind weitere Benennungen, ebenso Fernon, Karmazin oder Noire de Franconie. In Italien tauft man diese Rebe Franconia, aber es gelten auch Oporto, Orna, Frankovka, Maehrische, Schwarzer Muskateller, Portugais lerouse oder Rouge, Portugieser rother, Pozdni, Schwarzburgunder, Szeleslevelü, Vojvodino und viele Namen, die den hier genannten ähnlich im Klang und Wortbild sind.