Madeira: Im Atlantik gelegene portugiesische Insel, seit rund 500 Jahren wegen ihrer Weine berühmt. Madeiras sind gespritete Weine, die ihren hohen Alkoholgehalt von 18 bis 20 % vol. dem Zusatz hochwertigen Branntweins verdanken. Obwohl sie ähnlich wie Sherry in sogenannten Soleras gealtert und verschnitten werden (Jahrgangs-Madeiras werden nur noch in sehr begrenzter Zahl erzeugt), erinnert das Herstellungsverfahren mehr an das des Marsala als das beim Sherry übliche. Der typische Madeira-Geschmack rührt daher, daß der Wein einige Monate lang bei hohen Temperaturen in Spezialräumen, den Estufas, gelagert wird.

Das Wort Madeira bezeichnet – das sollte man nicht vergessen – nicht einen einzelnen Wein, sondern eine ganze Skala der verschiedensten Weine einer Kategorie. Diese reicht von sehr trocken bis sehr süß, von strohfarben bis tiefgold, durch alle Preis und Güteklassen hindurch. Als Kochwein sind selbst weniger ansspruchsvolle Madeiras ganz vortrefflich geeignet und fester Bestandteil der anspruchsvollen Küche, der durch keinen Sherry oder Marsala zu ersetzen ist. Als Apéritifs oder Likörweine stellen die besten Madeiras herausragende Raritäten dar, die mit Recht sehr teuer sind.

Madeiras werden heute nach Rebsorten in vier Grundtypen eingeteilt: den Sercial, den trockensten Madeira, erinnert etwas an einen Fino Sherry, hat aber eine ganz andere und oft sehr pikante Blume und einen eigentümlichen Charakter; den Verdelho, in der Regel ein wenig süßer als der Sercial und ihm in Charakter etwas ähnelnd; den Bual, süßer, schwerer und großzügiger, ein Wein zum Dessert oder wie in Portugal zum Käse, und den Malmsey, sehr süße Frucht, fast ölig. Daneben gibt es andere, heute weniger gebräuchliche Weine, darunter einen mit dem schönen Namen Rainwater, fast bedeutender wegen der mit dem Namen verknüpften unterschiedlichen Legenden denn als Wein.

Da es sich bei Madeiras ähnlich wie bei Portweinen oder Sherrys um jeweils standardisierte Markenweine handelt, ist der Name des Erzeugers bzw. Abfüllers (häufig mit Firmensitz in London) für die Qualität des Weines entscheidend. Man sollte daher darauf achten, zu zuverlässigen Namen zu greifen, wie Cossart Gordon & Co., Henriques & Henriques, Rutherford & Miles, Lomelino, Barbeito, Leacock, Casa dos Vinhos da Madeira u. a.