Hochwertige Rebsorte, die im Bordeauxgebiet eine fast ebenso bedeutende, wenn auch andersartige Rolle spielt wie der Cabernet Sauvignon und den vielen berühmten Rotweinen Weichheit, Frucht, Geschmeidigkeit und Charme verleiht.

 

Merlot (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte Merlot ist eine der renommiertesten Sorten und steht in unmittelbarer Verbindung zu den Bordeaux-Weinen, was ihre Bekanntheit und ihren exzellenten Ruf ausmacht.  Sie ist eine frühreife, recht ergiebige Rebe, die weniger adstringierende und früher reifende (meist auch weniger haltbare) Weine als der Cabernet Sauvignon liefert. Sie stellt eine der sechs Rebsorten, aus denen sich der Bordeaux konstituiert.

Der Merlot Gris und der Merlot Rosé sind Mutationen der Merlot-Traube, die in den 80ern in Brasilien entdeckt wurden. Der Merlot Blanc ist eine Kreuzung von Merlot und Folle Blanche. Es gibt unzählige Synonyme für Merlot. Es wird vermutet, dass der Name Merlot vom französischen Wort für Amsel stammt, es könnte aber ebenso gut mit der schwarzblauen Färbung der Beere zusammenhängen.

Die Merlot-Traube hat die Form einer Walze, ist von mittlerer Größe, entweder geschultert, lockerbeerig oder verzweigt. Ihre kleinen bis mittleren Beeren sind rund, schwarzblau und von einer dünnen Schale umgeben. Ihre Reife findet früh statt, deshalb sind die Reben Gefährdungen durch späten Frost ausgesetzt. Die Merlot-Rebe ist kaum anfällig für Echten Mehltau, aber für Falschen Mehltau und auf Grund ihrer dünnen Schale für Rotfäule. Sie bevorzugt lehmige und sandige Böden. Ihr Wuchs ist kräftig und äußerst ertragreich. Will man jedoch eine hohe Qualität erreichen, muss eine strenge Regulierung des Ertrages erfolgen.

 

Ursprung und Verbreitung

Im 14. Jahrhundert wurde die Merlot-Rebsorte erstmals als Carabtut Noir erwähnt, galt aber damals noch als Sekundärsorte. 1857 beschrieb sie Victor Rendu vollständig in seiner „Ampélographie francaise“. 1874 ist ersichtlich, dass Merlot eine der relevantesten Sorte des Bordelais ist und im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Merlot-Rebsorte zur beherrschenden Sorte der kargen Böden Médocs, einer Halbinsel im südlichen Westen Frankreichs. Im Veneto erscheint sie ab 1855 als Bordò, im schweizerischen Tessin scheint sie 1905-1910 auf.

An der kalifornischen Universität Davis mutmaßte man die Verwandtschaft der Merlot-Reben zu den Cabernet Franc – Reben und hielt den Merlot-Rebstock für den Vorgänger von Carménère. In der Tat ähneln sich die Weinstöcke frappant, was jedoch einen anderen Grund hat: Als von Frankreich nach Chile Rebstöcke beider Sorten importiert wurden, entschied man sich in Chile für eine gemischte Pflanzung.

In Frankreich fielen Anfang des 20. Jahrhunderts die Carménère-Reben einer fatalen Reblausplage zum Opfer. Hier fiel der markante Geschmacksunterschied zwischen den französischen Merlot-Reben und den chilenischen Reben, unter denen sich noch Carménère-Reben befanden, auf. Der Ampelograph, also Rebenkundler, Jean-Michel Boursiquot klärte diesen Irrtum mittels DNA- Analyse auf. 2009 wurden auch die Eltern des Merlot-Rebstocks identifiziert, es handelt sich um Magdeleine Noire des Charentes und Cabernet Franc.

 

Anbaugebiete

Die Merlot-Rebe nimmt die 6.Stelle des internationalen Rebsortenspiegels ein und wird auf der ganzen Welt auf ungefähr 200 000 Hektar Weinbergen angepflanzt. Ihr Hauptanbaugebiet liegt in Frankreich, wo sie ca. 117 000 Hektar einnimmt. Sie wird noch in vielen anderen Ländern angebaut: in Italien mit ca. 32 000 Hektar, in Bulgarien mit ca. 15 000 Hektar, in Kalifornien mit ca. 20 000 Hektar, in Argentinien mit ca. 7000 Hektar, in Chile mit ca. 13 000 Hektar, in Australien mit ca. 11 000 Hektar und in Südafrika mit ca. 7000 Hektar. Kleinere Flächen beansprucht sie in Slowenien und Kroatien, ebenso in Griechenland. Auch in Moldawien und Rumänien finden sich Anbaugebiete und sogar im weit entfernten Neuseeland. 400 Hektar ungefähr kann Deutschland vorweisen, 1000 Hektar kommen auf die Schweiz.

 

Ausbau und Geschmack

Merlot verträgt sich sehr gut mit Eiche und ist daher prädestiniert für den Ausbau in Barrique – Fässern. Merlot sollte jedoch nicht zu lange gelagert werden, denn Merlot kann zwar durch die Alterung gewinnen und an Reichtum zunehmen, verliert dann aber die Fruchtaromen, die sich zu Kräuteraromen entwickeln. Sogar bei Cuvées wirkt sich schon ein winziger Merlot-Anteil auf die frühere Zugänglichkeit aus, beschränkt jedoch die Haltbarkeit. Merlot- Weine sind reich an Körper, von fruchtiger Frische und vollmundig. Manchmal sind sie von fleischiger Struktur, voller Dichte und Fülle. Sie sind weich und am Gaumen von geschmeidiger Eleganz, erinnern an Pflaumen, Himbeeren, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Schwarzkirschen, Lakritze, Schokolade, Malz. Meist enthalten sie wenig Tannin und haben eher wenig Säure. Der Alkoholgehalt reicht von mittel bis hoch. Dunkelrote, rubinrote Farbe, ist das Markenzeichen dieses Weines aus der Rebe Merlot.

 

Merlot genießt man am besten zu…

Ein Gläschen Merlot kann sehr gut zu Hartkäse passen, da es weniger Tanninbetonung aufweist. Es eignet sich für kräftige Gerichte, Schmorgerichte, Steaks, Wild, Rind, Ente und Taube.