Montepulciano ist eine ausqezeichnete, in Italien weitverbreitete rote Rebsorte, aus der reinsortig oder verschnitten mit weiteren Sorten einige vorzügliche, z.T. hervorragende Rotweine erzeugt werden. Die Montepulciano-Rebsorte wird vorwiegend im italienischen Abruzzen angebaut und verspricht Zufriedenheit in allen Lebenslagen.

 

Montepulciano (Rebsorte, rot)

Die Rotweintraube Montepulciano ist sehr ertragreich und wird in Italien sehr häufig angebaut. Neben der Rebsorte Sangiovese ist sie die wichtigste Rebsorte Italiens und sie wird gerne als Verschnittpartner der Sangiovese-Traube, aber auch von Merlot oder Cabernet Sauvignon eingesetzt und ist Bestandteil in vielen Weinen, jedoch nicht der Hauptanteil, da sie farb- und tanninverstärkend wirkt.

Die Montepulciano-Rebe reift erst spät und benötigt sehr viel Sonne. Daher wird sie in den heißeren Regionen Italiens angebaut. Die Trauben besitzen eine ionische Form und sind von durchschnittlicher Größe und Dichte. Die Farbe der Beeren reicht von dunkelblau bis blauschwarz, die Form von rundlich bis leicht oval und sie sind weder groß noch klein. Sie weisen eine dicke Schale auf, die reichlich Tannin enthält. Die Montepulciano-Traube ist resistent gegen Botrytis und den Falschen Mehltau.

Der wohl berühmteste Wein der Montepulciano-Traube ist der Montepulciano d`Abruzzo, der bis zu 70 Prozent aus Montepulciano besteht. Nicht zu verwechseln mit dem Vino Nobile di Montepulciano, der aus Sangiovese oder deren Klon Prugnolo Gentile und Mischungen gekeltert wird, und aus dem wunderschönen Montepulciano, das in der Nähe von Siena liegt, stammt. Weine, die zum Großteil aus Montepulciano-Trauben gekeltert sind, sind Controguerra Rosso, Controguerra Passito Rosso, Rosso Conero, Rosso Piceno, Biferno und San Severo Rosso. Die Weine der Montepulciano-Rebsorte sind tiefdunkle und tanninreiche Weine. Es gibt auch den Cerasuolo, der zwischen einem hellen Rotwein und einem Rosé anzusiedeln ist.

 

Ursprung und Verbreitung

Der Ursprung der Rebsorte ist umstritten. Es existieren verschiedene Theorien, die auf Erwähnungen in Textquellen basieren. So wird von den Anfängen im 19. Jahrhundert berichtet, dass die Rebsorte Montepulciano aus der Toskana nach Abruzzen kam, andere meinen, dass das Peligna-Tal im 18. Jahrhundert eine Rolle spielt, wieder andere vermuten, dass die Anfänge 1700 in der Provinz Pescara liegen. Es kursieren unzählige Legenden über den heilenden Wein aus den Abruzzen, bei dem es sich um den Wein aus der Montepulciano-Traube handeln dürfte.

 

Anbaugebiete

Die Montepulciano-Rebe wird sehr gerne angebaut, da sie starken Ertrag bringt und eine rege Verwendung findet. Vor allem in den Abruzzen, den Marken, Umbrien und Apulien, wo sie auch die Sonnenstunden erhält, die sie braucht, um zu gedeihen und zu reifen. In Abruzzen besetzt sie 35 000 Hektar Boden.

Die Unterschiedlichkeit der Böden, die hier anzutreffen sind, so wechseln Kalk-, Kies- Lehm- und Sandböden ab, tun der Rebe gut und ermöglichen ihr Wachstum. Im Westen befindet sich die Adria, im Osten Latium – hier holt sich die Traube auch die Substanzen aus der umgebenden Region, die sie in ihrem Reifen unterstützen. Berühmte Weingüter aus der Region sind Masciarelli, Illuminati und Nicodemi.

So stammen der Controguerra Rosso und der Controguerra Passito Rosso aus den Abruzzen, der Rosso Conero und der Rosso Piceno aus den Marken, Biferno aus Molise und San Severo Rosso aus Apulien.

 

Ausbau und Geschmack

Die Weine aus der Montepulciano-Traube sind gut lagerfähig, können aber auch jung getrunken werden und bewegen sich meist in einer günstigen Preisklasse. Sie zeigen Kraft und Reichtum an alkoholischem Gehalt, eine intensive Farbe, Bodenständigkeit und feine Würze. Der Reichtum an Gerbstoff verleiht manchem Montepulciano Griffigkeit und die Frucht verhält sich eher zurückhaltend. Die einfachen Weine sind oft derbe und alkoholreiche Weine, während Weine höherer Qualität eine raffinierte feine Würze aufweisen.

Meist sind die Weine trocken ausgebaut und weisen eine vollen und robusten Körper und eine samtige Textur auf. Der Wein schillert in intensivem Rubinrot mit violetten Reflexen und dies unterstreicht seinen erdigen und rauen Charakter, der auch feurig und alkoholreich ist. Der intensive Duft erinnert an die Primäraromen der Rebsorte. So werden bei Verkostungen folgende Geschmacksnuancen immer wieder gegeben: Es wird ein Aroma von dunklen Beeren, Kirschen mit einem leichten Hauch von Gewürzen gespürt. Ebenso erinnert mancher Montepulciano am Gaumen an Pflaumen samt einer leichten Tabaknote oder an Kirschen, Vanille und Mandelgebäck mit einer Prise Muskat.

 

Montepulciano Wein genießt man am besten zu…

Der Montepulciano d`Abruzzo passt hervorragend zu herzhaften Gerichten, rotem Fleisch, Rohschinken und Salami. Er ist ein Begleiter der mediterranen Küche, mit dem man eigentlich nie falsch liegen kann und wird deshalb sehr gerne und oft in italienischen Restaurants und Pizzerien als offener Wein glasweise ausgeschenkt.

Da er mit den Röstaromen von gegrillten Steaks und Koteletts bestens harmoniert, eignet er sich als Begleiter beim Grillfest. Außerdem passt seine Fruchtigkeit gut zu den Salaten, die mit Essig nur sparsam bedient werden sollten. Ein edler Tropfen dieses Weins kann durchaus einen Braten mit sämiger Sauce begleiten.