Sehr hochwertige Rebe, die weltweit existiert und zu den ältesten und bekanntesten Weißweinrebsorten der Welt gehört.

 

Muscat (Rebsorte, weiß) / Muscat bleu (Tafeltraube, rot)

Schon beim Pflücken und Verzehren der Muscat-Traube lässt sich erahnen, welche Süße und Würze sie den Weinen schenkt, die aus ihr produziert werden. Die Rebsorte Muscat gibt es in vielen Variationen, es gibt rote und weiße Beeren. Die Farbe der Beeren reicht von blassem Grün bis zu einem goldenen Gelbton, einem sanften Rosa bis zu Schwarztönen. Der vollständige Name der weißen Traube Muscat lautet: Muscat Blanc à Petit Grains Ronds, die kleine runde Beeren aufweist.

Im deutschen Sprachraum ist die Muscat-Traube als Gelber Muskateller bekannt, in Spanien nennt man sie Moscatel, in Italien Moscato d`Asti und in Ungarn Tokajer. Die Rebsorte weist unzählige Synonyme auf, eine Zusammenfassung der wichtigsten Bezeichnungen, gemäß Wikipedia, sind Muscat Blanc, Muscat d`Alsace, Muscat de Frontignan, Frontignac,Moscato Bianco, Moscato d`Asti, Moscato di Castelli.

Die höchste Qualität der Rebsorte offenbart der weiße oder gelbe Muskateller. Eine Mutation des Gelben Muskatellers kann im Roten Muskateller gesehen werden. Die Muscat-Rebe ist eine sehr hochwertige Rebe, die weltweit existiert und sehr alt ist. Da sie ein frühes Antreiben, eine späte Reife und Frostempfindlichkeit zeigt, lohnt sich ihr Anbau in wärmeren Gebieten. Die Muscat-Traube neigt zum Verrieseln, ist anfällig für Botrytis und kann von einem Befall durch Fadenwürmer, der zur Reisigkrankheit führt und folglich hohe Ernteausfälle bewirkt, bedroht sein.

 

Ursprung und Verbreitung

Manche vermuten, dass die Muscat-Traube die Mutter aller europäischen Rebsorten sei. Fest steht, dass sie eine der ältesten Weißweinsorten der Welt ist. Ihren Ursprung lokalisiert man mit Kleinasien oder den Nahen Osten. Mit den Phöniziern und Griechen, die den Mittelmeerraum besiedelten, kam sie nach und nach vom östlichen Mittelmeerraum in das ganze Gebiet rund um das Mittelmeer. Die Römer waren diesem Wein, den sie „passum“ nannten, verfallen und der Geschichtenschreiber Plinius, der Ältere bezeichnete ihn als „vitis ape“, was übersetzt „Traube der Bienen“ bedeutet und sich sicherlich auf die Süße der Frucht bezieht. Plinius bewertet diesen Wein bereits 77 v. Chr. als den besten natürlichen Süßwein im ganzen Imperium Romanum.

Im 12. Jahrhundert gelangte der Muscat-Rebstock auch nach Mittel- und Nordeuropa. Der rege Fernhandel mit Venedig, das zu dieser Zeit eine Schnittstelle von Orient und Okzident war, Pilgerreisen und die Kreuzzüge halfen dazu, dass dieser edle Tropfen auch hier bekannt wurde. Venedig hatte einige Inseln im Mittelmeer, auf denen die Muscat-Traube angesetzt wurde und man nannte die Weine deshalb griechischen Wein oder Zypernwein.

Der Wein mundete Karl dem Großen und Kaiser Barbarossa, auch im Nibelungenlied wird er erwähnt. Jan van Riebek baute in Südafrika 1659 seinen ersten Wein aus einer Muscat-Varietät, Haraszhty, ein Ungar, ließ Muscat-Reben via Schiff nach Kalifornien bringen.

 

Anbaugebiete

Da die Rebsorte Muscat auf der ganzen Welt verbreitet ist und 800 km² Fläche an Weinbergen einnimmt, sind es viele Länder, in denen sie sich finden lässt. Auf Grund ihrer Vorliebe für wärmere Gefilde wird sie in Portugal, Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, Bulgarien, Ungarn , Algerien, Chile, Argentinien angepflanzt.

Aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden sich Anbauflächen, wenngleich auch nicht in der Größe wie in den vorher genannten Ländern, da die klimatischen Bedingungen den Anforderungen der Traube nicht so richtig entsprechen. In Österreich nimmt sie 1 Prozent der gesamten Weinbaufläche ein, das sind 520 Hektar und erreicht in der südlichen Steiermark hervorragende Ergebnisse. Hier gedeihen in guten Jahren Spitzenweine, während in schlechten Jahren, in denen das Wetter nicht den Wünschen der Traube entspricht, die Säure hart wird.

Im Rhonetal in Frankreich nutzt die Rebe die mageren Böden, um einen sehr aromatischen und lebhaften Wein entstehen zu lassen.

 

Ausbau und Geschmack

Muscat wird meist nicht trocken ausgebaut. Bei ein bis zwei Jahren Lagerung manifestiert sich die beste Seite des Weines, der bei einer Temperatur von 8-10 Grad getrunken werden sollte. Typisch ist die feinfruchtige Säure und der teilweise intensive, aber nicht unangenehme Geschmack nach Muskat oder auch Gewürzen. Dieses Muskat-Aroma wird sogar bei Verschnittweinen deutlich empfunden. Wenn die Säure der Muscat-Traube zu hart ist, dann wird er sehr gern mit Weißburgunder, Silvaner oder Riesling gemischt. Das Bukett kannn als lieblich und fruchtig bezeichnet werden. Der Duft von frischen Trauben, den man spürt, erfährt am Gaumen sogar Verstärkung. Außerdem können Anklänge von Moschus, exotischen Früchten Rosenblättern, Orangen, Rosine, Pfirsich, Aprikose, Zitrusfrüchte, Feigen, Trockenfrüchte, Blüten, Honig, Karamell, Schokolade, und viele andere Aromen diagnostiziert werden.

 

Muscat-Wein genießt man am besten zu…

Weine aus der Muscat-Rebsorte eignen sich auf Grund ihres intensiven Eigengeschmacks nicht allzu sehr Speisen zu begleiten, sondern sind wohl eher als Aperitif, um auf das Mahl einzustimmen oder als Gläschen danach, um das Essen würdig ausklingen zu lassen, passend. Als Speisebegleitung zu Vorspeisen, Krebsen oder Spargel sind sie durchaus zu empfehlen.