Ortega ist eine Kreuzung zwischen Müller-Thurgau x Siegerrebe und gilt als feiner Bukettwein mit fruchtigen Aromen und wenig säuregehalt.

 

Ortega - Weinrebe/Weintraube für Weißwein

Weiße Rebsorte Ortega – Weintraube

Ortega (Rebsorte, weiß)

Die Weißweinsorte Ortega zeichnet sich vor allem durch feine Fruchtaromen und ein pfirsichartiges Bukett aus. Viele Genießer trinken den Weißwein gern als Federweißer. Aber auch die edelsüßen Auslesen erreichen oft ein hohes Niveau und eignen sich hervorragend als Dessertweine. Seine Hauptanbaugebiete liegen in der Pfalz und in Rheinhessen.

Frühreife Traube mit besonderer Vielfalt:
Die Ortega-Rebe kennzeichnet eine frühe Reife aus und kann dadurch vielfältig verarbeitet werden. Die jungen Trauben eignen sich sowohl zum Essen als auch zum Trinkgenuss als Jungwein oder als Federweißer. Die Spätlesen des Ortegas zeichnen sich durch ein Bukett aus, das nach Pfirsich schmeckt und das oft Auslese-Niveau erreicht. Die mittelgroßen fast fünfeckigen Blätter zeigen spitz gesägte Blattränder und v-förmige Stielbuchten. Ihre Zähne sind vergleichsweise mittelweit gesetzt. Die Rebe trägt ihre Triebspitze offen und entwickelt weißwollige Haare mit einer karminroten Färbung. Ihre Jungblätter sind grün mit röten Flecken. Die Ortega-Traube ist pyramidal geformt und entwickelt zumeist eine mittlere Größe. Dabei fällt sie locker bis dichtbeerig aus und in manchen Fällen geschultert. Die ovalen Beeren der Ortega-Rebe zeigen eine goldgelbe Färbung bei ebenfalls mittlerer Größe. Trotz ihrer guten Winterfrostfestigkeit erliegt die mittelfrüh treibende Rebe nicht selten den späten Frühjahrsfrösten. Dennoch liefert die mäßig wüchsige Rebsorte auch in ungünstigen Jahren immer noch hohe Mostgewichte. Dieses liegt rund 20 Grad Oechsle über dem Mostgewicht des Müller-Thurgau. Allerdings vermindert sich durch mäßigen Rückschnitt trotz hoher Erträge der Qualität der Trauben. Einen besonders hohen Ernteausfall zeigt die empfindliche Rebe bei einer Infektion durch Fadenwürmer. Der Schädling überträgt die für diese Rebe besonders gefährliche Reisigkrankheit.

 

Die Hauptmerkmale der Rebsorte Ortega

  • Kreuzung zwischen Siegerrebe x Müller-Thurgau
  • frühreife, aromatische und würzige Sorte
  • sehr vollmundig mit wenig Säuregehalt

 

Ursprung und Geschichte der Rebsorte Ortega

Deutscher Neuzugang mit philosophischem Hintergrund. Die Rebsorte Ortega wurde als Neuzüchtung aus den Rebsorten Müller-Thurgau und Siegerrebe von Dr. Hans Breider gekreuzt. Er meldete sie zugleich an der bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg an und benannte die neue Züchtung nach seinem Lieblingsphilosophen, José Ortega y Gasset (1883 – 1955). Den spanischen Dichter und Liebhaber von Weinen lernte Hans Breiter in Würzburg persönlich kennen, als er dort eine Zeitlang lehrte. Im Jahr 1972 wurde dem neuen Wein der Sortenschutz erteilt, 1981 erfolgte schließlich der Eintrag in die Sortenliste.

 

Die größten Anbaugebiete

Die empfindliche Rebsorte gedeiht vor allem in Rheinhessen. Bei einer Gesamtanbaufläche von 653 Hektar (Stand 2007) in Deutschland verteilen sich die großen Rebflächen der Ortega-Sorte auf drei Hauptregionen. Große Anbaugebiete befinden sich in Rheinhessen, an der Pfalz und der Mosel, die kleineren Bestände liegen in Franken, an der Nahe und Ahr und in Württemberg. Nach Information der Rebflächenstatistik wird hierzulande rund ein Prozent aller Rebflächen mit Ortega-Wein bestockt. Dabei verläuft die Bestockung in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig. Seinen Höhepunkt erlebte die Weinrebe im Jahr 1994 mit einer Anbaufläche von bundesweit 1250 Hektar. Kleinere Anbauflächen des Ortegas sind auch in Großbritannien zu finden. Um gut zu gedeihen, benötigt diese Weinrebe vor allem eine windgeschützte Lage. Weil auch Vögel und Wespen diese Rebe besonders schätzen und die Randlagen vor Rehfraß geschützt werden müssen, ist die Aufzucht von Ortega-Wein oft mit hohem Arbeitsaufwand verbunden.

Verteilung der Rebflächen in Deutschland:*

WeinbaugebietRebfläche (Hektar)
Ahr1
Badenunter 0,5
Franken21
Hessische Bergstraße
Mittelrheinunter 0,5
Mosel20
Nahe15
Pfalz219
Rheingau
Rheinhessen368
Saale-Unstrut4
Sachsen
Stargarder Land1
Württemberg1
Gesamt Deutschland653

Quelle: Wikipedia

 

Ausbau & Geschmack

Vielfalt im Geschmack: von zart-blumig bis lieblich süß. Die besonderen Vorzüge der Ortega-Rebe liegen in ihrem großen Geschmacksreichtum und seinem feinen Bukett. Erfolgreich vermarktet werden die festen gelblichen Ortega-Beeren in Deutschland vermehrt als Tafeltrauben. Der wegen seinem niedrigen Säuregehalt bekömmliche Weißwein bietet auch empfindlichen Weinfans einen hohen Trinkgenuss. Vor allem die Spätlese des Ortegas prägt ein feines zart-blumiges Bukett. Hier sollte allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn die späte Weine fallen oft sehr alkoholreich aus. Die edelsüßen Beerenauslesen prägen zudem eine hohe Restsüße und sind als Dessertweine besonders beliebt. Ihre herausragenden Aromen schmecken nach Birne, getrockneter Aprikose, Honig, Quitte und nach reife Bananen. Vor allem bei Kabinettweinen kommt das spezielle Pfirsicharoma des Ortegas gut zur Geltung. Als besondere Spezialität ist der Ortega-Wein im Saisonverkauf als Federweißer erfolgreich. Auch die Vermarktung von Ortega-Spezialitäten mit höchster Qualität direkt vom Weingut erfreuen sich großer Beliebtheit.

 

Ortega Wein genießt man am besten zu…

Ortega-Wein zu leichter Küche. Oertega Cuvée- oder Ausleseweine empfehlen sich vor allem zu leichten Speisen. Gerichte wie zum Beispiel Hähnchen, Nieren, Leber oder Kalbfleisch harmonieren besonders gut zu dem Weißwein. Auch zu Salaten oder Mehlspeisen bietet er sich als geschmackvoller Begleiter an. Tipp: Bei süßen Desserts empfiehlt es sich, einen Ortega zu wählen, der an Süße die Speise übertrifft. Speziell zu knusprigem Gebäck oder zu weinfreundlichen Nüssen sowie süßem Mandelkuchen gilt die Spätlese als passende Ergänzung.