Der edle, vielseitige Pinot noir ist ein qualitativ hochwertiger Klassiker unter den Rotweinen.

 

Pinot noir (Rebsorte, rot)

Beim Pinot noir handelt es sich um eine relativ früh reifende Rebsorte mit sehr dünnhäutiger Beerenschale. Damit ist sie besonders frostempfindlich und neigt zum Verrieseln. Diese Rebsorte ist auch anfällig für Mehltau, Chlorose und Fäulnis. Bei Weingarten- und Kellerarbeit ist daher ganz besondere Sorgfalt geboten. Der Pinot noir stellt auch sehr hohe Ansprüche an Bodenverhältnisse und klimatische Bedingungen. Er gedeiht auf fruchtbaren, warmen und kalkhaltigen Böden mit guter Wasserversorgung. Am besten reift diese edle Rotweinsorte in den sogenannten Rieslinglagen, also den besten Lagen. Bei guten Wuchsbedingungen und entsprechenden Ertragsbeschränkungen entfaltet der Pinot noir ein hohes Qualitätspotential und kann die besten Rotweine der Welt hervorbringen.

Aufgrund ihres feinen Geschmacks und dezenten Duftes konnte diese Rotweinsorte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Pinot noir gilt als einer der edelsten und vielseitigsten Rotweinsorten der Welt. Er hat ein ähnliches Qualitätspotential wie der Riesling unter den Weißweinen. Pinot noir gilt als Klassiker für gehobene Ansprüche. Im Burgund werden aus dieser Sorte einige der größten Rotweine der Welt gekeltert. In diesem Zusammenhang steht der Pinot noir in unmittelbarem Wettstreit mit dem aus Bordeaux stammenden Cabernet Sauvignon. Zunehmend an Bedeutung gewinnen konnte der Pinot noir mit der Ausweitung der Sektproduktion vor 150 Jahren. Er ist nämlich einer der Grundweinsorten für die Erzeugung von Champagner.

 

Ursprung und Verbreitung

Der Pinot noir bezeichnet eine der besten Rotwein-Rebsorten der Welt, deren Ursprung im französischen Burgund zu sehen ist. Diese Sorte ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt. Einige Synonyme sind Pinot nero (Italien) sowie die im deutschsprachigen Raum üblichen Bezeichnungen Spätburgunder, Blauer Spätburgunder, Blauer Burgunder und Klevner.

Die Rebsorte Pinot noir gehört zur Familie der Burgunder. Sie zählt zu einer der ältesten Rebsorten der Welt, die vermutlich fast direkt von Wildreben abstammen. Einer genetischen Untersuchung zufolge ist der Pinot noir aus einer spontanen Kreuzung zwischen Schwarzriesling und Traminer hervorgegangen. Diese Abstammung wurde jedoch teils verneint, weil davon auszugehen ist, dass der Schwarzriesling eine spätere Mutation des Spätburgunders sei.

Geklärt ist hingegen der örtliche Ursprung des Pinot noir, der weit in die Geschichte zurückreicht. Belegen zufolge war diese Sorte im französischen Burgund bereits im 4. Jahrhundert bekannt. Ab dem 7. Jahrhundert dürfte der Pinot noir von Mönchen in Deutschland eingeführt worden sein. Seine Verbreitung steht in engem Zusammenhang mit der Gründung neuer Klöster der Benediktiner und Zisterzienser. Zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert breitete sich der Spätburgunder allmählich in den deutschen Weinbaugebieten Rheingau, Pfalz, Mosel und Ahr aus. An der Mosel und am Rhein galt der Spätburgunder bis  zum 17. Jahrhundert als Spitzenreiter unter den Rebsorten, eher er vom Riesling von dieser Position verdrängt wurde.

 

Anbaugebiete

Die bedeutendsten Anbaugebiete liegen in Frankreich, wo eine Fläche von 29 000 Hektar auf den Pinot noir entfällt. In seiner Heimat Burgund werden aus dieser Sorte die besten, sortenreinen Rotweine der Welt erzeugt. Einen wichtigen Stellenwert nimmt Pinot noir auch in den französischen Weinregionen Champagne (als wichtigster Bestandteil des Champagners), Loire und Elsass ein. In Deutschland wird er unter dem Namen Spätburgunder auf rund 11 800 Hektar Rebfläche kultiviert (Anteil von 10 % an der Gesamtrebfläche). Der größte Anteil davon liegt in den Weinregionen in Baden und der Pfalz, wobei auch Rheinhessen, Württemberg, der Rheingau und die Ahr diese Rebsorte anpflanzen. In zehn Anbaugebieten Deutschlands gehört er zu den Classic-Rebsorten. Eine wachsende Bedeutung kommt dieser Sorte auch in Österreich zu. So war im Zeitraum von 1999 bis 2009 ein Anstieg der Anbauflächen von 58, 6 % zu verzeichnen, wobei insgesamt nur ein Anteil von 1,4 % auf diese Sorte entfällt.

Darüber hinaus wird Pinot noir in der Schweiz, Italien, Portugal, Spanien, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Bulgarien kultiviert. Außerhalb Europas finden sich Anbauflächen vor allem in Kalifornien, Oregon, Argentinien, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland.

Insgesamt sind die Anbauflächen von Pinot noir in den letzten Jahrzehnten weltweit im Steigen.

 

Ausbau und Geschmack

Der Pinot noir zeigt Farbnuancen von Mittelrot und Rubinrot. Diese Rebsorte bringt weiche, samtige, vollmundige Weine mit sehr feinem Geschmack hervor. Bei hohem Ertrag können sie aber auch sehr säurebetont sein. Der Duft ist eher dezent und erinnert an Aromen von roten und manchmal auch schwarzen Früchten wie Erdbeeren, Himbeeren, Weichseln, Brombeeren oder Johannisbeeren. Der Pinot noir ist aber auch ein Wein mit Terroircharakter, was sich vor allem in den Grands und Premiers Crus im Burgund äußert. Der klassische Spätburgunder wird trocken ausgebaut. Höhere Qualitätsstufen werden in Barriques ausgebaut. Bei Ausbau im Barrique reifen diese Weine zu sehr vielschichtigen und alterungsfähigen Tropfen heran. Ihren geschmacklichen Höhepunkt erreichen sie meist nach 2 bis 5 Jahren.

 

Pinot noir genießt man am besten zu…

Vielseitigkeit beweist der Pinot noir auch als Speisebegleiter. Er harmoniert gut mit kräftigen Fleischspeisen wie Braten und Wild. Besonders bekömmlich ist er zu reifen Käsespezialitäten. Der Pinot noir schmeckt aber auch zu Geflügel wie Ente und Gans. In Auslesequalität ist er der perfekte Aperitif.