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Der „Blaue Portugieser“ gehört in Deutschland als frischer süffiger Schoppenwein mit leicht duftiger Note mit zur bekanntesten und beliebtesten roten Rebsorte.

 

Blauer Portugieser (Rebsorte, rot)

Beeren der Rotwein Rebsorte Blauer Portugieser. Foto: Wikipedia

Blauer Portugieser (Rebsorte, rot)

Aus der Rebsorte Portugieser werden Weine mit frischer Säure und einem blumigen Bukett gekeltert. Ein Großteil der jährlichen Produktion kommt überwiegend als Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete für den alltäglichen Genuss auf den Markt. Ebenso ist die Rebsorte auch als Portugieser Weißherbst oder Portugieser Roséwein bekannt, und hat als frischer und fruchtiger Sommerwein viele Freunde. Das Holz der Rebe ist gelb bis leicht rotbraun mit feinen Streifen und trägt ein großes, grob gezahntes, glänzend grünes Blatt. Die Trauben sind groß und dicht, mit rundlichen blauen, fruchtig süßen Beeren.

Die Rebsorte stellt bis auf feuchte, kühle und schwere Böden keine hohen Ansprüche an die Bodenqualität. Sie akzeptiert auch flache Lagen, was eine maschinelle Bearbeitung vereinfacht. Blauer Portugieser hat eine hervorragende Tragkraft und ist sehr wüchsig, besitzt jedoch eine geringe Frostwiderstandsfähigkeit, gerade bei scharfen Winterfrösten oder auch Spätfrösten im Frühjahr. Der Portugieser treibt früh bis mittel früh aus, sodass die Trauben mitunter schon in der ersten Septemberhälfte geerntet werden können. Sie liefern säurearme, milde Rotweine, welche schnell trinkfertig sind und im Alkohol meist leichter sind als andere Rotweine.

Den Namen Blauer Portugieser trägt dieser Rotwein wegen seiner verschiedenen Farbgrade von Hell-, über Rubin- bis Violettrot. Mutationen des Blauen Portugieser sind in österreichischen Weingärten als Grauer Portugieser, Roter Portugieser und Grüner Portugieser aufgetaucht.

 

Hauptmerkmale und Besonderheiten des Blauen Portugieser

  • Kam 1860 aus Österreich in die Vorderpfalz
  • Ursprung dieser sehr alten Rebe vermutlich in Niederösterreich oder Ungarn
  • wichtige Rotweinsorte in Deutschland, vor allem in der Pfalz
  • früh reifend und ertragsstark
  • erbringt mit geringer Säure leichte, milde, zarte und ansprechend süffige Weine, jedoch mitunter auch kräftige und intensive Rotweine mit viel Ausdruck und Körper
  • sehr bekannt als eleganter Weißherbst

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Blauer Portugieser

Die Herkunft des Portugiesers ist nach wie vor umstritten. Der Legende nach soll die Rebsorte im 18. Jahrhundert von Portugal nach Österreich gelangt sein. Auch wegen seines Namens Blauer Portugieser wurde über lange Jahre vermutet, dass eine Identität mit der portugiesischen Rebsorte Moreto do Alentejo besteht, jedoch konnte man das durch DNA-Untersuchungen widerlegen.

Da die Rebe in Portugal völlig unbekannt ist, wird heute vermutet, dass sie eher aus Österreich stammt oder aber von Portugal nach Österreich kam, bevor man Sortenlisten führte und Aufzeichnungen über Rebsorten machte.

Fakt ist, dass die Sorte in Österreich im 18. Jahrhundert kultiviert wurde und von dort in seine heutigen Verbreitungsgebiete gekommen ist. Nach Deutschland kam die Rebsorte dann 1880 durch den Apotheker und Weinbaupionier Johann Philipp Bronner, der hier die Erhaltungszüchtung des Portugiesers übernahm. Leider verdrängte die Rebsorte zu der Zeit auch viele alte Rebbestände in den deutschen Weinanbaugebieten.

In den 70er Jahren verabschiedeten sich viele Winzer vom Blauen Portugieser, jedoch nahm die Anbaufläche in den 80ern wieder zu und stabilisierte sich dann um 1990 herum weitgehend bis heute.

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

Nach dem Spätburgunder ist in Deutschland der Portugieser die zweit wichtigste und eine bei den Winzern sehr beliebte Rotweinrebsorte. Es sind etwa 4900 Hektar mit der Rebsorte „Blauer Portugieser“ bestockt, wovon die regionalen Hauptanbaugebiete Rheinhessen mit 1800 Hektar und die Pfalz mit 2500 Hektar sind. Die restlichen Hektar verteilen sich auf die übrigen elf deutschen Anbaugebiete.

In seiner Heimat Österreich hat der „Blaue Portugieser“ eine größere Bedeutung als in Deutschland und die Rebanbaufläche umfasst etwa 2500 Hektar. Hier liegt der Anbauschwerpunkt mit etwa drei Viertel in der Region des Weinviertels im Nordosten Österreichs. Weitere Rebbestände in größerem Umfang finden sich noch in der Thermenregion und im Kamptal.

Mittlerweile ist die rote Rebsorte auch in anderen Weinbauländern der Welt zu finden, vor allem in Chile und Kalifornien, aber auch in osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Slowenien und Kroatien.

 

Ausbau & Geschmack

Unter den Weintrinkern ist der Portugieser sehr geschätzt und populär, weil er sich durch eine milde Säure auszeichnet, was außerordentlich magenfreundlich ist. Die Weine bestechen durch ihre fruchtige, leichte und bekömmliche Art. Sie gelten als harmonische, angenehm und süffige Schoppenweine.

In seinem verhaltenen Aroma präsentiert der Portugieser Anklänge von frischen Beerendüften wie der roten Johannisbeere, Erdbeere und Himbeere und mitunter auch einem zarten Hauch von grünem Pfeffer.

Die Rotweine des Portugieser werden überwiegend als Qualitätsweine für den alltäglichen Genuss ausgebaut. Einen großen Anteil an der jährlichen Produktion nimmt auch der Roséwein „Portugieser Weißherbst“ ein. Unter den Weinkennern ist der Portugieser als vollmundig bekannt.

 

Blauen Portugieser Wein genießt man am besten zu…

Der Blaue Portugieser wird gern zu leichten und gegrillten Speisen gereicht. Er passt sowohl zu Fisch und Salat als auch zu aromatischen Käsesorten. Der leichte Rosé eignet sich sehr als leichter Sommerwein oder aber auch für die Zubereitung einer durstlöschenden süßen oder sauren Weinschorle.

Die Rosé-Weine sollten mit einer Trinktemperatur von 9-13°C, die Rotweine mit einer Temperatur von 14-16°C angeboten und genossen werden.

Auch als Tafeltraube ist der Blaue Portugieser ein Genuss, jedoch gelangen die Trauben als solche nicht in den Handel, da der Vertrieb von Keltertrauben als Tafeltrauben in der EU nicht gestattet ist.