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Ein Roséwein ist nicht etwa ein Verschnitt aus Rot- und Weißwein (dies wäre ein Rotling oder Schillerwein), sondern ein eigenes Produkt, das normalerweise ausschließlich aus Rotweintrauben bereitet wird und seine helle Farbe zumeist dem Umstand verdankt, dass die Trauben weder vollständig mit den Beerenhülsen (wie bei allen Rotweinen) noch vollständig ohne diese (wie bei Weißweinen), sondern teilweise an der Maische vergoren werden. Rosés werden in fast allen Weinbauländern hergestellt. Einige der besten französischen Rosés bereitet man aus Grenache, Pinot noir, Cabernet franc und Gamay; Tavel, Marsannay, Elsass, Provence, Korsika, die Rosés des Loiretals u. a.

Die besten italienischen Rosés stammen meist aus Lagrein, Marzemino, Montepulciano, Bombino nero u. a. Rebsorten und kommen vom Gardasee (Chiaretto), aus dem Trentino und Südtirol oder aus Apulien, ferner teilweise aus den Abruzzen, Kampanien, Kalabrien und Sizilien.

Im Vergleich dazu sind deutsche Rosés meist leichter, blassfarbener, oft rassiger und spritziger, doch meist von geringerem Körper. Die besten von ihnen dürften vom Bodensee und vom Kaiserstuhl stammen, wo sie, wie in fast allen deutschen Weinbaugebieten, Weißherbst heißen, sofern sie aus einer einzigen, angegebenen Rebsorte stammen.

Beachtenswerter dürften dagegen die österreichischen Roséweine sein, wie sie in allen österreichischen Weinbauregionen erzeugt werden, jedoch insbesondere der herausragendste von allen, der Schilcher aus der Weststeiermark. In der Westschweiz werden einige ansprechende Rosés (+Süßdruck) aus der Blauburgundertraube gewonnen, OEil de Perdrix.

Roséweine sollten kühl und in der Regel jung getrunken werden.