Sauvignon Blanc ist nach der Rebsorte Chardonnay die zweitwichtigste weiße Rebsorte mit Aromen wie Johannis- und Stachelbeere.

 

Sauvignon Blanc (Rebsorte, weiß)

Die europäische Heimat der Rebsorte ist das französische Loiretal. Sancerre und Pouilly-Fumé sind dabei die bekanntesten Namen. Sauvignon Blanc ist auch in Bordeaux bedeutend und inzwischen in vielen anderen Bereichen Europas, wie in Italien im Friaul, in Spanien aber auch in Slowenien, Serbien, Kroatien, Ungarn und den meisten anderen osteuropäischen Staaten. In Deutschland genießt Sauvignon blanc in diesen Jahren einen hohen Stellenwert. Aufgrund seiner weltweiten Verbreitung ist der Sauvignon Blanc unter einer Fülle von Synonymnamen bekannt, beispielsweise als Beyaz Sauvignon, Blanc doux, Blanc Fumé, Bordeaux bianco, Champagne, Douce blanche, Feher Sauvignon – um nur einige zu nennen.

 

Ursprung und Bedeutung

In den letzten Jahren hat diese Rebsorte hohe Bedeutung erlangt. Sortenrein ergibt sie einen frischen Wein mit pikanten Johannis- und Stachelbeeraromen, häufig auch grünen Paprikanoten und einem unnachahmlichen Mineralton mit einer untermalenden Säurestruktur.

Könige tranken bereits im Kindesalter Sauvignon Blanc. Von Heinrich IV., dem französischen König von 1589 bis 1610, wird erzählt, dass er bereits als kleines Kind von seinem Großvater den Weißwein zu Trinken bekam. Die Leidenschaft und die Liebe für den Sauvignon Blanc pflegte der König danach bis zu seinem Tode.

Die Rebsorte Sauvignon Blanc wurde urkundlich erstmalig Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnt und ist eine Kreuzung aus den Rebsorten Traminer und Chenin Blanc. Sie ist wahrscheinlich im Westen Frankreichs, im Loire-Tal und Bordeaux, entstanden. Aus dieser Gegend trat sie ihren weltweiten und nachhaltigen Siegeszug an: Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die Rebsorte Sauvignon Blanc nach Chile und die vereinigten Staaten. Im Jahre 1970 schließlich bis nach Neuseeland. Heute ist sie weltweit vertreten, sowohl in der Alten als auch in der Neuen Welt.

 

Anbaugebiete

Größte Weinanbaugebiete sind Frankreich, Neuseeland, Chile, Südafrika, Australien und Italien. Mengenmäßig spielt die Rebsorte Sauvignon Blanc in Deutschland noch keine große Rolle. Ähnlich verhält sich dies in Österreich und der Schweiz.

Auf den Silex-Feuersteinböden in Pouilly-sur-Loire bekommt der Wein das charakteristische, in der ganzen Welt geliebte Fumé-Aroma. Das war auch Vorbild für Kalifornien (z. B. Robert Mondavi). Neuseeland baut seit den 70ern Sauvignon an, die Neuseeländer gelten als die Klassiker. Chile hat nochmals einen gewaltigen Qualitätsschub erlebt. Südafrika macht sehr lebendige Sauvignons. In Norditalien gehört er zu den wichtigsten und weit verbreiteten Rebsorten. Von Kennern geschätzt sind auch die Österreicher im Burgenland und der Steiermark. Lange Zeit unterschätzt wurde Weine aus Deutschland – beste Beispiele: Pfalz, Rheinhessen, Baden und Württemberg! In Frankreich liegt die bestockte Rebfläche derweil bei 26.062 Hektar.

 

Ausbau & Geschmack

Weine aus der Rebsorte Sauvignon Blanc ergeben sortenreine und frische Weine mit markanten Aromen von Johannisbeere und Stachelbeere. Häufig werden diese ergänzt durch grüne Geschmackstöne, wie etwa von frisch gemähtem Gras. Dazu kommt eine unvergleichliche Mineralität kombiniert mit einer spritzigen Säurestruktur. Dieses spezielle Aroma von Weinen aus Sauvignon Blanc wird hauptsächlich durch den erhöhten Gehalt von Pyrazinen verursacht. Der Anbau auf Feuersteinböden, wie beispielsweise in dem bedeutendsten Anbaugebiet der mittleren Loire mit den Anbauzentren Sancerre und Pouilly Fume, stärkt den Effekt. Der Austrieb der Rebsorte erfolgt etwas verzögert. Der Sauvignon blanc ist leicht verrieselungsanfällig und wird vornehmlich durch magere und trockene Böden begünstigt.

Die Standortansprüche sind im Allgemeinen sehr hoch. Die hohe Anfälligkeit gegen Oidium und Schwarzfleckenkrankheit kommt erschwerend hinzu. Die Säure kann sehr ausgeprägt sein. Die Klonentscheidung sollte indes wohl bedacht sein. Bei starkem Wuchs besteht starke Winterfrostanfälligkeit. Durch frühzeitiges Abdrücken der Beeren besteht ein hohes Risiko der Fäule. Die Sorte darüber hinaus nicht für zu tiefe fruchtbare, nährstoffreiche und feuchte Standorte geeignet. Auch Herbstnebelstandorte sind eher nicht zu bevorzugen. Im Gegensatz dazu sind klassische, skelettreiche trockene Steilhänge, die eher windoffen sind und ein schwaches Wuchspotential haben, geeignet.

 

Sauvignon Blanc genießt man am besten zu…

Sauvignon Blanc eignet sich hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten, Pasta mit Sahnesaucen oder Spargelgerichten. Aufgrund seiner oft grasig-frischen Geschmacksnote empfiehlt sich auch Frischkäse und Ziegenfrischkäse. Allgemein harmonieren Weine dieser Rebsorte hervorragend mit Käseprodukten.

Zum Süßwein Sauternes, der einen sehr hohen Anteil an Sauvignon Blanc enthält, passt am besten der salzige Kontrast des Roqueforts. Je nachdem für welchen Typ Sauvignon Blanc man sich entscheidet, ist er ein universeller kulinarischer Begleiter, beispielsweise bei asiatischen oder auch deftigeren Gerichten. Aufgrund seiner Säure auch zu Salat in Kombination mitThunfisch. Gerne auch, der Jahreszeit geschuldet, zu Gegrilltem und dabei vornehmlich Geflügelfleisch.