Schwarzriesling ist eine rote Rebsorte, die nichts mit dem echten Riesling gemein hat und eigentlich Pinot Meunier heißt, zur Pinot-Familie gehört und in Deutschland offiziell unter dem Namen Müllerrebe geführt wird.

Schwarzriesling / Müllerrebe / Pinot Meunier (Rebsorte rot)

Beeren der Rotwein Rebsorte Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier)

Schwarzriesling (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte Schwarzriesling ist eine Rotweinsorte, die mit der Weißweinsorte Riesling nur Ähnlichkeiten bezüglich Form und Wuchs aufweisen kann. Der Rebstock Schwarzriesling ist eine alte Rebsorte, die der Familie der Burgunder angehört und sehr oft im Schatten des berühmten und gefeierten Spätburgunder steht, den man in Frankreich Pinot Noir nennt. Der Name Pinot Meunier oder zu deutsch Müllerrebe stammt von der Tatsache, dass die Blätter stark behaart sind und auf der Unterseite aussehen, als ob sie mit Mehl bestäubt sind.

Die Trauben werden durch eine konus- bis walzenförmige Gestaltung und mittlere Größe beschrieben und sind dichtbeerig. Die Beeren, die eine rundliche und ovale Form aufzeigen, sind eher klein bis mittelgroß. Auffallend ist, dass die Farbe der Beeren sehr dunkel, also schwarzblau, ist, während das Fruchtfleisch und der Saft hell sind. Die Rebsorte treibt spät bis mittelspät aus, was sie relativ unempfindlich gegen die späten Frosteinfälle im Frühjahr macht. Wenn eine gute Holzreife gegeben ist, übersteht sie auch die frostigen Attacken im Winter ohne allzu große Schäden. Die Rebsorte zeigt kaum Anfälligkeit für Echten und Falschen Mehltau, lediglich der Rohfäule vermag sie sich nicht immer zu widersetzen.

Die Rebsorte ist einer der drei Hauptbestandteile des gefeierten Champagners, zwar erreicht sie nicht die Hochwertigkeit des Pinot Noir oder Spätburgunders und des Chardonnays, aber sie kann sehr wohl mit Weinen beeindrucken, die dem Gaumen munden und von Weinkennern geschätzt werden.

 

Hauptmerkmale und Besonderheiten des Schwarzriesling

  • wird auch Müllerrebe oder Pinot Meunier genannt
  • gehört zur Burgunderfamilie
  • wird vor allem in Württemberg angebaut
  • erzielt auch in mittleren Lagen bereits nach kurzer Reifezeit hohe Öchslegrade
  • liefert sehr dunklen, leichteren Wein mit zarter Fülle
  • auch als süffiger Schoppenwein geeignet
  • liefert als Spätlese freundliche, gerundete und ansprechende Rotweine

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Schwarzriesling

Die Rebsorte Schwarzriesling ist aus einer Mutation der Rebsorte Blauer Spätburgunder hervorgegangen, den es bereits im 16. Jahrhundert gab. Samtrot bezeichnet eine Rebsorte, die eine unbehaarte Mutation des Schwarzriesling-Rebstocks ist und 1928 in Heilbronn entdeckt wurde und in den 50ern ihren Namen erhielt. In Württemberg wird diese angebaut und sie ist qualitativ dem Schwarzriesling-Rebstock überlegen.

Der Schwarzriesling wurde sehr oft zu Kreuzungen herangezogen und manche Forscher, die sich mit der Rebkunde befassen, sehen in ihr den Urvater der Burgunderfamilie. Der Unterschied zu den Beeren der Spätburgunder-Reben im Reifeverhalten und in der geringeren Größe der Beeren liegt darin begründet, dass die Rebe Schwarzriesling nicht auf Gibberelinsäure anspricht

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

Die Rebsorte stellt kaum Ansprüche an den Boden, auf dem sie sprießt und an das Klima, das ihr Sprießen begleitet. Im Vergleich zu den Anforderungen, die die Rebsorte Spätburgunder an ihre Umwelt stellt, scheint der Schwarzriesling bescheiden. Am liebsten sind dem Rebstock der Schwarzriesling-Trauben Böden, die aus Löß oder Lehm bestehen.

In Frankreich gedeiht die Schwarzriesling-Rebe in großen Mengen im Tal der Marne in der Champagne. Sie beansprucht 30 Prozent der Rebfläche in Frankreich für sich, das sind etwa 11 000 Hektar. Hier in der Champagne wird Champagner hergestellt, der sich stets aus drei Komponenten zusammensetzt: Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier, also Spätburgunder, Chardonnay und Schwarzriesling. In Deutschland werden ca. 2000 Hektar mit Schwarzriesling-Reben bebaut, was 2,1 Prozent der gesamten Rebfläche in Deutschland ausmacht. In Württemberg wird der Schwarzriesling als sortenreiner Rotwein verarbeitet.

Weitere Anbaugebiefe finden sich in Australien, Kalifornien, Oregon, Pennsylvania und Maryland, wo Champagner mittels Flaschengärung erzeugt wird und als Aperitif zu Vorspeisen gereicht wird.

 

Ausbau & Geschmack

Wein aus der Rebsorte Schwarzriesling besitzt eine Farbe, die zwischen einem intensiven Rubinrot und einem kräftigen Ziegelrot schimmert, sowie ein äußerst fruchtiges Aroma nach Kirsche, Pflaume, rote Beeren, schwarze Johannisbeeren, Himbeeren,Pfeffer, Paprika mit einer Prise Kaffee auf der Zunge hinterlässt. Das fruchtige Aroma erinnert an das ebenso fruchtige Erscheinungsbild des Spätburgunders.

Am Gaumen manifestiert sich eine Balance weicher Würze und starker Frucht, es handelt sich um einen samtigen Wein mit mildem Ausdruck, der trotzdem nicht zu süß ausfällt. Der Körper ist feingliedrig und zart. Es werden trockene Weine ausgebaut, aber auch Weine, die die Fruchtsüße betonen. Der Schwarzriesling wird als Qualitätswein, Kabinettwein und Spätlese hergestellt. In Württemberg erfreut er sich großer Popularität als Dämmerschoppen.

 

Schwarzriesling genießt man am besten zu…

Den Wein aus der Rebsorte Schwarzriesling kann man als Begleitung bei Grilladen wählen, er passt ausgezeichnet zu Schwein, Lamm und Wild, insgesamt sehr gut zu allen Fleischgerichten. Ein roter Wein ist eigentlich fast immer ideal als Getränk zur traditionellen italienischen Küche und vor allem zur Pasta. Des Weiteren begleitet der Schwarzriesling milden Käse sehr raffiniert und wohlschmeckend. Beim Essen ist er eine erstklassige Alternative zum Spätburgunder.