Ausgezeichnete Weißweinrebe aus dem Südwesten Frankreichs, die für sehr feine, edelsüße oder trockene Weißweine bürgt, die eine sehr hohe Qualität erreichen.

 

Sémillon (Rebsorte, weiß)

Sémillon liefert die besten Weine, wenn sie mit einer anderen Sorte, insbesondere dem Sauvignon Blanc verschnitten wird, wobei es trotz einiger wichtiger Ausnahmen üblich ist, dass bei trockenen Weinen, wie den weißen Graves, der größere Anteil auf den Sauvignon und bei süßen Weinen, so den Sauternes u.a, der Hauptanteil auf den Sémillon entfällt. Nur aus dem Sémillon bereiteter Wein kann zwar ausgesprochenen Charakter und Klasse haben, ist jedoch oft zu wenig säurehaltig, frisch und fruchtig.

Die Rebsorte ist unter vielen Synonymen in Verwendung, so heißt sie mal Hunter River Riesling, Sotern oder Sauternes. In Australien nennt sie sich Barnawartha Pinot, Madeira und Sercial, in Portugal scheint sie unter Boal oder Boal no Douro auf, während sie im Departement Lot Malage genannt wird. In Südafrika wird sie wegen ihres satten Grüns ihrer Blätter als Greengrape bezeichnet. Weitere Namen, mit denen die Rebsorte Semillon gemeint ist, sind Blanc Doux, Chevrier, Daune verte, Dausne, Colombard oder Colombarride oder Colombier , Goulon / Goulu blanc, Maisois Blanc, Mansois Blanc oder Mances Blanc. Monsois Blanc und Marcillac, Groendruif und sämtliche Abwandlungen mit Semillon werden auch zur Bezeichnung dieser Rebsorte herangezogen.

 

Merkmale der Rebe

Die Reben haben die Form einer Walze, sind von mittlerer Größe, geschultert und dichtbeerig. Ihre mittelgroßen und rundlichen Beeren haben eine dünne Schale und schmecken nach Muskat. Wenn die Beeren ihre volle Reife erlangt haben, wechseln sie von ihrer goldgelben Farbe in ein Rosa. Die Rebsorte reift früh, kann sich sehr gut gegen Echten und Falschen Mehltau schützen und neigt auch kaum zu Verrieselung. Sie kommt ausgezeichnet mit der Trockenheit zurecht, leidet jedoch bei zu viel Feuchtigkeit, da sie dann Gefahr läuft, weil sie ja eine sehr delikate und dünne Schale besitzt, von der Rohfäule befallen zu werden. Dieser Pilz, der für die Fäule zuständig ist, die bei noch nicht ausgereiften Beeren wirksam wird, kann bei trockenem und warmem Herbstwetter die Edelfäule auslösen, die positive Wirkung hat. Jetzt wirkt der Pilz auf ausgereifte Trauben, und es kommt zu erhöhter Konzentration des Zuckers und der traubeneigenen Aromastoffe, was für die Herstellung von Süßweinen ideal ist und genutzt werden kann. So beträgt der Anteil der Semillon-Traube bei einem Süßwein wie Sauternes 80 Prozent und für die restlichen 20 Prozent wird der Sauvignon hinzugefügt.

 

Ursprung und Verbreitung

Die Ursprünge der Rebsorte sind nicht eindeutig geklärt, es wird aber vermutet, dass die Rebe Sémillon von einer alten französichen Sorte, die sich Sauternes nennt, abstammt.
In Australien fand sich die Rebsorte Sémillon zu Beginn des 19.Jahrhunderts, in Südafrika nahm sie bereits 1820 eine wichtige Rolle unter den Weißweinsorten ein und in den 50ern war sie in Chile einer der wichtigsten Lieferanten für Trauben.

An den Süßweinen des Bordeaux, wie Sauternes, Cerons, Cadillac, Loupiac, Barsac oder Sainte-Croix-du-Montist die Rebsorte Semillon gemeinsam mit den Sorten Sauvignon Blanc und Muscadelle beteiligt. Aber auch im Weinbaugebiet Sud-Ouest ist er Bestandteil in den Weinen Montravel, Saussignac, Bergerac und Monbazillac. Die Semillon – Rebe findet sich ebenso in den Weißweinen Cotes de Bourg, Cotes de Duras, Cotes de Blaye, Graves und Rosette, und im Cremont de Bordeaux, einem perlendem Schaumwein.

In der Provence ist sie in den Weinbaugebieten Cotes de Provence, Coteaux d`Aix en Provence und Coteaux Varois en Provence im Mix der Rebsorten zugelassen.

 

Anbaugebiete

Die Sorte scheint am achten Platz der Häufigkeit der weißen Rebsorten auf und wird auf beinahe allen Kontinenten dieser Erde auf ungefähr 500 km² angepflanzt. Allein schon in Frankreich nimmt die Rebsorte Sémillon eine Fläche von ca. 12 000 Hektar in Anspruch. Auf Südamerika entfallen in Chile ca. 2000 Hektar Fläche für den Anbau, sie findet sich auch in Argentinien. 7000 Hektar Fläche werden der Rebsorte Sémillon in Australien gewidmet und ca. 400 Hektar in Kalifornien. Israel und Südafrika sind weitere Anbaugebiete der Rebsorte Sémillon und vervollständigen die noch fehlenden Kontinente.

 

Ausbau und Geschmack

Semillon-Weine sind reich an Körper und weisen so viel Säure auf, dass Weine, wie Sauternes, jahrelang oder auch über Jahrzehnte reifen können. Wenn der Semillon-Wein altert, wozu er durchaus in der Lage ist, verliert er die Süße, die im Vordergrund steht , beginnt zu karamellisieren, ist aber nicht trocken. Die Weine der Sémillon-Rebe sind von großer Persönlichkeit, mineralischer Finesse, zarter Feinheit, und ergeben mit ihrem klaren und makellosen Finale ein wunderbares Frischegefühl im Mund. Die Aromen der Rebsorte Sémillon lassen Zitronen, Limette, Aprikose, Apfel, kandierte Früchte, Nüsse und Honig gekonnt zur Geltung bringen.

 

Sémillon genießt man am besten zu…

Da Sémillon – Weine sehr gehaltvoll sind, werden sie als Speisenbegleiter sehr geschätzt. So passen sie hervorragend zu Peperonata, Prosciutto mit Feigen, Birnen oder Melone und zu Kutteln. Ein junger Sémillon begleitet stilvoll ein Risotto.

Der Sauternes-Süßwein kann als Wein zu folgenden Desserts empfohlen werden: Obstsalat, Erdbeeren mit Sahne, Desserts mit Ingwer. Aber auch zu den italienischen Stars unter den Desserts wie Tiramisu und Zabaione mundet ein Gläschen Sémillon ganz wunderbar und unterstreicht die delikate Süße des Desserts gekonnt.