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Kräftige Rebsorte mit dichtbeerigen Trauben für einen dezenten Sommerwein mit erdiger Note.

Der Silvaner, auch Grüner Silvaner oder Sylvaner genannt, gilt als eine der ältesten kultivierten Reben und zählt bis heute zu den beliebtesten Weinen in Deutschland. Das Besondere an dieser Weinsorte ist ihre Vielfalt: Von edelsüßen Varianten über feinfruchtig und kräftig bis hin zum cremigen Wein aus dem Holzfass bietet die Weißweinsorte für jedes Gericht die passende Begleitung. Alle Silvanerweine zeichnen sich jedoch durch ein harmonisches Verhältnis von Säure zu Restsüße aus und spiegeln zumeist gut ihr Terroir wieder.

 

Silvaner (Rebsorte, weiß)

Die Beeren der Weißwein Rebsorte Silvaner

Silvaner (Rebsorte, weiß)

Die aus Österreich stammende Rebsorte entstand aus der natürlichen Kreuzung zwischen der traditionsreichen Rebe Traminer und der Sorte Österreichisch Weiß. Obwohl sich die Silvanerrebe durch einen kräftigen Wuchs auszeichnet und aufgrund ihrer starken Blüten dauerhaft hohe Erträge erzielt, gilt sie als anfällig für echten Mehltau und ist winterfrostempfindlich. Der zuverlässige Wein gedeiht aber auch bei mageren, kalkreichen Bodenbedingungen und kann dort qualitativ hochwertige Trauben hervorbringen. Die Rebe prägt rundliche mittelgroße Blätter, die anfangs gelblich, später hellgrün aussehen. Sie weisen eine schwache Zähnung auf, die – verglichen mit anderen Rebsorten – breiter verläuft. Ihre Treibspitze ist offen und mittelwollig behaart. Die Trauben der Silvanerrebe werden mittelgroß, sind zumeist walzenförmig und wachsen mittel dichtbeerig bis kompakt. Die mittelstarke bis dicke Beerenschale bietet einen guten Schutz gegen Rohfäule. Zwischen Anfang und Mitte Oktober reifen die Trauben der Silvanerrebe heran. Sie gelten damit als früh reifende Sorte. Die überreifen oder edelfaulen Trauben eignen sich besonders zur Herstellung von Dessertweinen. Der Silvaner ist vielfach für Neuzüchtungen verwandt worden: Bacchus, Morio-Muskat, Ehrenfelser, Rieslaner u. a. sind aus Kreuzungen mit dem Silvaner hervorgegangen.

 

Die Hauptmerkmale des Silvaner

  • wird auch Frankenriesling genannt
  • Ursprung wird in Transsylvanien vermutet, kam im Mittelalter über Österreich nach Franken
  • bis etwa 1950 wichtigste deutsche Rebsorte, heute noch typischer Frankenwein
  • stellt an die Lage nicht so hohe Ansprüche wie Riesling, lässt den Boden sehr gut durchschmecken
  • spätreif, liefert reiche Erträge
  • ermöglicht Spitzenweine mit angenehmer Säure und vornehmem, verhaltenem Bukett
  • dezente Fruchtnoten, zugleich körperreich, vollmundig und charaktervoll
  • wird oft auch als einfacher Wein für den täglichen Genuss angeboten

 

Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Rebsorte Silvaner

Der Silvaner ist ein beliebter Weißwein mit langer Tradition. Die Geschichte der Silvanerrebe reicht zurück bis ins erste Jahrhundert nach Christus. Von einer Weinsorte mit gleichen Charakteristika berichtet Gaius Plinius Secundus in seinem Werk „Naturalis historia“. Im 17. Jahrhundert fand der Silvaner, vermutlich durch Zisterziener-Mönche, seinen Weg von den österreichischen Alpenregionen nach Deutschland. Nachweislich bekannt ist die Pflanzung der ersten Silvanerrebe im April 1659 in der Lage Schlossberg in Castell (Franken). Sechs Jahre später pflanzte der Abt des Klosters Ebrach, Alberich Degen, diese Sorte zum ersten Mal in der Weinberganlage „Würzburger Stein“. Die traditionsreiche Rebsorte entfaltete unter neuen klimatischen Bedingungen und in schweren lehmigen Böden einen eigenen, neuen Charakter. Der zurückhaltende Wein mit einem milden Säuregehalt entwickelte sich rasch zu den beliebtesten deutschen Weinsorten und galt in den 70er Jahren als meistgepflanzte Rebsorte Deutschlands.

In Deutschland war der Silvaner noch vor etwa 30 Jahren mit einem Flächenanteil von über 28 % die verbreitetste Rebsorte, doch spätestens mit Beginn der 1970er Jahre hat ihr bislang ungebremster Rückgang eingesetzt, der ihre Fläche heute auf 7605 ha, entsprechend 7,2 % der Rebfläche, reduziert hat. Die Gründe hängen vielfach mit der Entwicklung der Neuzüchtungen zusammen, denen sie, obwohl nach Charakter und Qualität deutlich überlegen, angesichts ihrer geringeren Erträge und anderer vermeintlicher Nachteile vielfach weichen musste. Aber auch eine unglückliche und unverständliche Klonenselektion, die den traditionellen Silvaner vielerorts in einen eher breiten, aufdringlichen Wein verwandelt hat, ist für den Niedergang der Sorte mitverantwortlich. Mit dem inzwischen eingesetzten Rückgang der Neuzüchtungen könnte daher mittelfristig eine durchaus wünschenswerte Renaissance des traditionellen Silvaners verbunden sein, dessen Weine ihn angesichts ihrer leichten, angenehmen und meist unkomplizierten Art als den idealen Wein für alle Tage erscheinen lassen. Dominierte der Silvaner vor 30 Jahren mit zwischen 55 und 40 % Flächenanteil in Franken, Rheinhessen, Nahe und der Pfalz, so ist er zwar auch heute dort noch überdurchschnittlich vertreten, doch sind seine Flächenanteile auf 20 bis gut 7 %zurückgegangen.

 

Die bedeutendsten Anbaugebiete

Rheinhessen ist der Spitzenreiter unter den Anbauflächen. Insgesamt 4,95 % der gesamten Rebfläche in Deutschland war 2013 mit Silvanerreben bepflanzt. Damit steht die Rebsorte an Nummer vier der wichtigsten deutschen Weißweinsorten. Seit über hundert Jahren ist Rheinhessen das Hauptanbaugebiet des Silvaners. Mit rund 2500 Hektar (Stand 2007) Anbaufläche läuft es den Silvanerreben in den Franken (1.261 Hektar) und der Pfalz (867 Hektar, Stand 2007) klar den Rang ab. Durch ein anerkanntes Gütesiegel gilt vor allem der Rheinhessen Silvaner als besonders hochwertige Sorte unter den Silvanern.

In Österreich, wo der Silvaner einst ebenfalls stark verbreitet war, weswegen er in manchen Gegenden Deutschlands heute noch z. T. als Österreicher bezeichnet wird, ist die auch »Grüner Zierfandl« oder »Ziehrfandler« (nicht zu verwechseln mit dem Gumpoldskirchner Zierfandler) genannte Rebe bis auf wenige Parzellen praktisch verschwunden. Häufiger findet man sie noch im Elsass und in der Schweiz, wo sie als Johannisberg bezeichnet wird, ferner in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Kroatien, Slowenien u. a. Ländern.

 

Ausbau & Geschmack

Der Silvaner ist ein bekömmlicher Wein mit vielen Geschmacksvarianten. Die Weine aus der Silvanerrebe weisen im Vergleich zu anderen Weinsorten wenig Säure auf und gelten daher als besonders bekömmlich. Typisch für sein Bukett ist das jeweilige Terroir der Rebe, das beispielsweise leicht mineralische oder erdige Aromen hervorrufen kann. Fruchtige Geschmacksrichtungen treten hierdurch in den Hintergrund. Hochwertige Varianten aus Rheinhessen bieten einen Geschmacksreichtum von feinfruchtig bis kräftig und cremig. Die Silvaner Eisweine und so genannten Trockenbeerenauslesen gehören zu den edelsüßen Sorten.

 

Silvaner Wein genießt man am besten zu…

Wer den richtigen Silvaner für ein Gericht sucht, kann unter drei verschiedenen Geschmacksrichtungen die geeignete Variante auswählen. Ein trockener Silvaner etwa gilt als unkomplizierte Genuss auf der sommerlichen Terrasse und eignet sich am besten zu aromatischen und leichten Gerichten. Salate, Spargel und Gemüse harmonieren gut zu dem trockenen, frischen Weinaroma. Die beste Jahreszeit für den kräftigen Silvana ist der Herbst. Die trocken ausgebauten Spätlesen, die mit zunehmender Reife einen typischen „Unterholzcharakter“ erhalten, passen ideal zu kräftigen Gerichten mit Wild, Geflügel oder Kalb. Besonders empfohlen wird die Spätlese zu aromatischen Pilzgerichten, wie etwa einem Ragout von Steinpilzen. Zu edelsüßem Silvaner mit seinem Aroma aus Honig und eingelegten weißen Früchten schmecken vor allem Desserts. Die süßlichen Aromen im Wein weisen zwar auf seinen lieblichen Charakter hin, lassen ihn aber in Kombination mit edelsüßen Nachspeisen trockener erscheinen. Eine besondere Harmonie bilden hier vor allem Desserts, die mit Honigaromen hergestellt wurden, wie zum Beispiel ein Honigparfait oder ein Honigmousse.