Der St. Laurent (Sankt Laurent) ist eine ausgezeichnete rote Rebsorte, die ihren Namen von der Stadt Saint Laurent im Medoc herleitet, wo sie heute jedoch praktisch unbekannt ist. Obwohl sie den Portugieser deutlich an Qualität übertrifft, sind in Deutschland – wenn auch bei zunehmender Tendenz – derzeit lediglich 59 ha mit ihr bestockt. In Österreich steht sie hingegen mit rund 500 ha – bei abnehmender Tendenz angesichts ihrer Ertragsunsicherheit – gegenwärtig noch an vierter Stelle unter den Rotweinsorten, und ihre besten Weine kommen zumeist aus der Umgebung von Bad Vöslau, Langenlois, der Wachau und dem Weinbaugebiet Neusiedlersee. Ihre besten Weine sind charaktervoll und höchst beachtenswert und gelten als die langlebigsten österreichischen Rotweine, die leicht 15 Jahre und älter werden können.

 

Die Rotwein Rebsorte St. Laurent

Die Rotwein Rebsorte St. Laurent

St. Laurent / Sankt Laurent (Rebsorte, rot)

Der Rebstock der St. Laurent-Traube ist eine sehr alte Rebe, die lange Zeit in Vergessenheit geriet und jetzt ganz langsam wieder an Interesse und Liebe gewinnt, da sie gekonnt mit ihrer mondänen Eleganz besticht. Die Rebsorte St. Laurent erscheint in vielfacher Namensgebung: Pinot Saint Laurent, Lorenz oder Laurenzitraube oder Lovrenac. Ebenso gebräuchlich sind die Ausdrücke Blauer Saint-Laurent, Sent-Lovrenka und Szent Iörine. So schwierige Namen wie Svatvavrinecke oder Svätovavrinecke oder Vavrinak gestalten sich als Zungenbrecher, bezeichnen aber auch diese Rebensorte.

Der Name stammt vom Lorenzitag, das ist der 10. August und der Tag, an dem die Verfärbung der Beeren beginnt oder die Trauben ihre Essreife erlangt haben. Manche glauben, dass der Name eine Anspielung auf den Heiligen Lorenz ist, der als Märtyrer am Grillrost zu Tode gemartert worden ist. Bei der Rebsorte St. Laurent handelt es sich um eine autochthone Rebsorte und sie kann als natürlicher Burgunder-Sämling angesehen werden. Die Trauben sind von mittlerer Größe und von zylindrischer Form, sind dichtbeerig und haben eine Beitraube. Die ovalen Beeren schimmern in einer blauschwarzen Färbung. Die hocharomatische und rote Rebsorte St. Laurent weist eine mittlere frühe Reife auf. Die Rebstöcke dieser Sorte weisen einen geringen Ertrag oder auch unregelmäßige Erträge auf, bedürfen im Weingarten einer sorgfältigen Pflege und ständiger Aufmerksamkeit, so dass sich ihre Beliebtheit in Grenzen hielt. Sie sind sowohl blüteempfindlich als auch empfindlich gegenüber Spätfrost.

Es gibt eine Reihe an Rebsorten, die durch Kreuzung mit der Rebsorte St. Laurent entstanden sind und große Bedeutung erlangt haben, wie in Österreich zum Beispiel der Zweigelt, der aus einer Verbindung von St. Laurent und Blaufränkisch hervorgegangen ist und die wichtigste und häufigste rote Rebsorte in Österreich geworden ist. In Tschechien hat sich der André ebenso als Kreuzung von St. Laurent und Blaufränkisch ergeben. Der Neronet entstand als Mischung zwischen St.Laurent x Blauer Portugieser und Alicante Bouschet x Cabernet Sauvignon.

 

Die Hauptmerkmale des St. Laurent

  • stammt wohl aus Frankreich und kam um 1870 über das Elsass zunächst in die Pfalz
  • wird der Burgunderfamilie zugeschrieben
  • Name bezieht sich wahrscheinlich auf den Heiligen Laurentius
  • bevorzugt leichte und kalkhaltige Böden, ansonsten eher anspruchslos
  • unsicher im Ertrag, relativ früh reifend, erbringt tief dunkle Rotweine mit hohem Gerbstoffgehalt
  • viel Frucht, Eleganz und blumiger Geruch, samtig im Geschmack, vollmundig und leicht herb
  • benötigt gewisse Reifezeit

 

Ursprung und Geschichte der Rebsorte St. Laurent

Der Pharmazeut und Pionier des Weinbaus Johann Philipp Bronner brachte die Rebsorte St. Laurent in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Frankreich nach Deutschland, von wo sie in die angrenzenden Länder gelangte. Im Stift Klosterneuburg, das in Niederösterreich und in unmittelbarer Umgebung zu Wien liegt, wurde die Rebsorte St. Laurent das erste Mal 1860 angepflanzt und die St-Laurent-Rebsorte fand auch das erste Mal ihren Weg in eine Erwähnung in einer Urkunde.

 

Die größten Anbaugebiete

Die Rebsorte St. Laurent braucht für ihr reibungsloses Gedeihen und Wachsen gute Lagen und Böden mit Tiefgründigkeit. In Österreich wird die Rebsorte St. Laurent auf etwa 800 Hektar Fläche angebaut, vor allem in der Thermenregion im südlichen Niederösterreich und im Burgenland, wo ideale klimatische Bedingungen herrschen. Im Seewinkel, der heißesten und trockensten Zone Österreichs, findet der Rebstock St. Laurent die trockenen, steinigen und mineralischen Böden, die er so mag. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich die Anbaufläche für diese Rebsorte in Österreich mehr als verdoppelt.

Die Nachbarländer Österreichs, Tschechien und die Slowakei, scheinen auch ideal zu sein für diese anspruchsvolle Rebe. In Deutschland findet sie sich in geringem Ausmaß in Rheinhessen und in der Pfalz, war jedoch bis zu den 50ern ein Bestandteil des Gemischten Satzes, der dann von der „Weinbühne“ verschwand. Seit 2006 wird St. Laurent in Luxemburg kultiviert, in Kanada und Neuseeland wird daran gearbeitet, diese rare Rebensorte zu etablieren.

 

Ausbau & Geschmack

Die Rebsorte St. Laurent ist berühmt für ihre dunklen, kräftigen Rotweine, die eine fein säuerliche Nuance offenbaren. Ihre hohe Qualität manifestiert sich auch in ihrer Fähigkeit der Lagerung. Wird der St. Laurent als Jungwein getrunken, wird er einem herb und reich an Säure scheinen. Lässt man ihm ein bisschen Zeit für seine Reife, wird der Gaumen mit samtig, trockenem, gerbstoffhältigem Genuss verwöhnt, der vollmundig ausklingt. Von der Qualität her betrachtet, befindet sich ein St. Laurent zwischen einem eher einfachen Blauem Portugieser und einem hochrangigen Spätburgunder oder Pinot Noir.

Ins Glas fließt der edle Tropfen in tiefem Purpurrot und hinterlässt mit seinem mittleren Körper und der so typischen feinen Säure eine tiefe Würze. In der Nase verwandelt sich diese würzige Tiefe in kalten Rauch, in einen hochgradig eleganten Duft nach frischem Obst. Füllig und dicht, mit eleganter Struktur am Gaumen, runden die Tannine den Abgang ab und es bleibt ein Geschmack von intensiven Brombeeren, Kirschen, Wildkirschen, Waldbeeren und dunklem Holunder.

 

St. Laurent Wein genießt man am besten zu…

Da der St. Laurent ein edler Rotwein mit Fülle und Dichte ist, passt er ausgezeichnet zu dunklem Fleisch und Wildspeisen, wie einem herzhaften Hirschbraten. Ebenso kann man ihn für die Begleitung zu Pilzen oder Gerichten aus Pilzen empfehlen. Auch zur Ente macht er gute Figur.