Nicht sehr ertragreiche, aber qualitativ hervorragende Rotweinsorte.

 

Syrah (Rebsorte, rot)

Die Rebsorte Syrah erfreut sich internationaler Verbreitung, eines hervorragenden Rufes und einer wohlwollenden Anerkennung durch renommierte Weinkenner. Sie liefert einen tieffarbenen, spätreifen Wein mit hohem Extrakt- und Tanningehalt und einer ganz besonderen, eindringlichen Blume. Aus ihr stammen die hervorragendsten Rotweine des Rhônetals, allen voran der Côte Rôtie und der rote Hermitage. In anderen Rotweinen des Südostens ist sie mit mehr oder weniger großen Verschnittanteilen enthalten, so im Châteauneuf-du-Pape u.a. Weinen.

In Frankreich und in Europa wird die Rebsorte Syrah genannt, in Australien Shiraz. In den anderen Anbaugebieten, wie in den Usa, in Argentinien, in Chile oder in Südafrika weist die Bezeichnung Syrah auf die Lagerung des Weines in Fässern, die aus französischer Eiche hergestellt sind, hin.

 

Merkmale der Rebe

Die Rebsorte Syrah treibt erst spät aus, so kann ihr später Frost nichts anhaben, sehr wohl aber Kälte und Nässe während ihrer Blüte, die die Ernte drastisch reduzieren können. Die Rebsorte hat kleine Beeren, die zwar in Hülle und Fülle wachsen, aber nicht pflegeleicht sind.

Wenn die klimatischen Bedingungen und das Wetter ideal sind, ergeben sich Ernten, die zur vollen Zufriedenheit ausfallen. Weinkenner liegen einem Wein aus der Rebsorte Syrah, der unter perfekten Wetterverhältnissen gereift ist, zu Füßen. Erhält die Rebsorte zu wenig Sonne, reift sie nicht vollkommen aus, was zu einem nicht sehr prickelnden Geschmackserlebnis führen kann. Der Tanningehalt ist hoch und der Geschmack kann als unreif oder grün beschrieben werden. Bekommt die Rebsorte zu viel Sonne, kann es sehr rasch zu einer Überreife kommen, die zum Verlust von Säure und fruchtigem Aroma führt.

 

Ursprung und Verbreitung

Die Rebsorte Syrah ist eine natürliche Kreuzung der Rebsorten Dureza x Mondeuse Blanche, was DNA Analysen und Studien an der University of California 1998 belegten und bewiesen. Höchstwahrscheinlich stammt die Rebsorte aus dem Rhonetal, sie scheint mit einigen Rebsorten aus Mitteleuropa verwandt zu sein, wie zum Beispiel den Sorten Lagrein, Marzemino oder Teroldeco, die in Südtirol / Trentino beheimatet sind. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Pinot Noit ihr Urgroßvater.

 

Anbaugebiete

Die Rebsorte Syrah gedeiht dort, wo eine warme Witterung sowie ein heißes und trockenes Klima vorherrschen.  Auf der ganzen Welt sind ungefähr 145 000 Hektar Fläche mit dieser Rebsorte angepflanzt.

In Frankreich befindet sie sich auf ca. 70 000 Hektar und ist eine der wichtigsten Rebsorten des Landes. Im Rhonetal erweist sie sich als guter Partner für Verschnittweine. Im nördlichen Tal der Rhone stellt die in den Appellationen Cote-Rotie, Saint – Joseph,, Hermitage, Crozes – Hermitage und Cornas die einzige rote Sorte. Im Languedoc und in Gaillac landet die Rebsorte mit Carignan, Grenache oder Mourvedre im Verschnitt oder mit Bordeaux – Rebsorten.

Die Rebsorte nimmt mit ca. 44 000 Hektar eine große Fläche in Australien ein, wo sie sich schon seit 1830 heimisch fühlt und von höchster Qualität zeugt. Sehr oft wird sie mit der Rebsorte Cabernet Sauvignon verschnitten.

Des Weiteren wird die Rebsorte Syrah in Kalifornien mit ca. 7000 Hektar, in Mexiko mit 1700 Hektar, in Südafrika mit 10 000 Hektar, in Chile mit 3000 Hektar, in Argentinien mit 11 000 Hektar und in Neuseeland mit etwa 300 Hektar angebaut. In Italien findet man die Rebsorte vorwiegend auf Sizilien und in der Toskana, in der Schweiz im Kanton Wallis, in Deutschland in Rheinhessen und Baden, in der Pfalz und in Württemberg. Die Rebsorte hat erst 1990 ihren Weg nach Deutschland gefunden und nimmt ca. 50 Hektar Fläche in Anspruch. In Österreich ist die Rebsorte Syrah erst seit 2001 als Rebsorte zugelassen und wird bereits auf ca. 140 Hektar Fläche kultiviert.

 

Ausbau und Geschmack

Der Wein, der aus der Rebsorte Syrah gewonnen wird, leuchtet in einem strahlendem Rubinrot, das von violetten Reflexen begleitet wird. Der dunkelrote Wein hat einen hohen Gehalt an Tannin. Der Wein verströmt Düfte, die an Beerenkonfitüre und Veilchen erinnern. Typisch ist ein starkes Aroma von Johannisbeeren, getrockneten Beeren, Brombeeren und Pflaumen. Der Körper ist von cremiger Konsistenz, gerade richtig und nicht zu wuchtig. Am Gaumen erweist sich der Wein dieser Rebsorte als facettenreich und er lässt die Lagerung in französischen Barrique – Fässern erahnen. Um die Adstringenz zu mildern, ist es nötig, dem Wein eine längere Flaschenreifung zu genehmigen.

 

Syrah genießt man am besten zu…

Ein Gläschen Syrah scheint perfekt zu sein, um Fleischgerichte zu begleiten: Rind, Wild, Lamm, Ziege, Ochsenfleisch, Kalb, Schwein und auch zu Thunfisch oder Lachs passt der Wein der Rebsorte Syrah ganz ausgezeichnet. Allgemein eignet er sich vorzüglich zur Begleitung von deftigen und herzhaften Gerichten, auch von vegetarischen Gerichten, die stark gewürzt sind.